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Kabinett der Kalamitäten:Im Ringkampf

Festsitzender Ring

Geschwollene Finger können zum Problem werden, wenn ein Ring daran festsitzt.

(Foto: Illustration: Dalila Keller)

Der Körper ist ein Wunderwerk - und verwundert uns täglich aufs Neue. Er produziert seltsame Geräusche, Gerüche, Ticks, Besessenheiten und Beschwerden. Hält sich aber gerne bedeckt, wenn man fragt: Wo kommt das her? Und vor allem: Wie geht das wieder weg? Eine Serie über Alltags-Misslichkeiten. Teil 7: Wenn ein Ring am geschwollenen Finger feststeckt.

Der Spa-Besuch endete im Stress. Stundenlang hatte sich der Gast in heißen Wassern treiben lassen, bis seine Haut dermaßen aufquoll, dass ihm sein Fingerring schmerzhaft ins Fleisch schnitt. So sehr er den Finger auch ölte und cremte, so sehr er zog und drückte, das Schmuckstück saß fest.

Sein Schicksal ist kein Einfall. Insektenstiche, Wassereinlagerungen während der Schwangerschaft oder im Laufe der Jahre angewachsenes Fett können Fingern derartige Breite verleihen, dass Ringe einfach nicht mehr loszuwerden sind. Notfallmediziner haben daher eine Reihe von Methoden entwickelt, um das Schmuckband wieder vom Körper zu lösen. Hier sind drei Techniken, die Sie in einfachen Fällen versuchen können.

Vorbereitung

Der Arm wird nach oben gehalten und der Finger zehn bis fünfzehn Minuten gekühlt, um Schwellungen zu mindern. Dann wird der Finger mit Öl, Vaseline oder ähnlichem Fett eingerieben. Anschließend probieren Sie vorsichtig eine oder mehrere dieser Techniken aus.

1. Die Raupenmethode

  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Sie benötigen: Geduld
  • Vorgehen: Halten Sie die betroffene Hand parallel zum Boden. Drücken Sie nun auf den unten liegenden Teil des Rings, so dass er sich oben ein klein wenig vom Finger löst. Diesen oberen Teil schieben Sie nun soweit es geht in Richtung Fingerspitze. Anschließend drücken Sie von oben auf den Ring und schieben den unteren Teil ein Stück weit nach vorne. Diese zwei Schritte wiederholen Sie so lange, bis Sie den Ring Millimeter um Millimeter nach vorne gearbeitet haben (eine Illustration finden Sie hier).

2. Die Abwickel-Technik

  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Sie benötigen: ein längeres Stück Zahnseide oder einen ähnlich starken Faden und jemanden, der Ihnen hilft.
  • Vorgehen: Schieben Sie etwa zehn Zentimeter des Fadens unter dem Ring durch und halten Sie dieses Ende fest. Das andere Ende lassen Sie von einem Helfer eng um ihren Finger wickeln. Die Faden-Bandage sollte am Ring beginnen und hinter dem ersten Fingergelenk enden. Sobald der Finger fest umwickelt ist, ziehen Sie vorsichtig am oberen Ende, das Sie bislang festgehalten haben. Der Faden wird sich nun in Richtung Fingerspitze abspulen und sollte den Ring mitziehen (Illustration hier).

3. Die Handschuh-Technik

  • Schwierigkeitsgrad: schwer
  • Sie benötigen: einen eng anliegenden Latexhandschuh, eine Schere, eine sehr flache Zange, eine manuell geschickte Person, die Ihnen hilft.
  • Vorgehen: Ein Finger des Gummihandschuhs wird abgeschnitten und von diesem die Kuppe abgetrennt, so dass ein fingergroßer Schlauch entsteht. Er wird über den betroffenen Finger gestülpt. Nun kommt die Schwierigkeit: Das eine Ende dieses Schlauchs wird mit Hilfe einer flachen Zange unter dem Ring durchgezupft. Dieses Ende wird dann mit zwei Händen ergriffen und von Finger gezogen. Es sollte den Ring mit sich ziehen (hier die Illustration).