Internationaler Tag der PflegeSozialministerin Grimm-Benne: Pflege-Eigenanteil begrenzen

Lesezeit: 1 Min.

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen stetig mehr für einen Platz im Pflegeheim zahlen. (Symbolbild)
Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen stetig mehr für einen Platz im Pflegeheim zahlen. (Symbolbild) Hendrik Schmidt/dpa

Viele zahlen mehr fürs Pflegeheim, als sie an Rente bekommen. Und auch die Heime sehen sich unter enormem Druck. Was sollte nun geschehen?

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

SZ bei Google bevorzugen

Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne fordert wiederholt eine Begrenzung der stetig steigenden Eigenanteile von Pflegeheimbewohnern. „Die fachlichen Grundlagen liegen auf dem Tisch. Jetzt ist es Aufgabe der Bundesregierung, eine Reform vorzustellen, die den Namen verdient“, sagte die SPD-Politikerin zum Internationalen Tag der Pflege (12. Mai). „Gute Pflege muss für alle bezahlbar sein.“ 

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen in Sachsen-Anhalt wie auch bundesweit stetig mehr für einen Platz im Pflegeheim zahlen. Laut einer Auswertung des Verbands der Ersatzkassen war die monatliche Eigenbeteiligung im Land zum 1. Januar 2026 auf durchschnittlich 2.720 Euro gestiegen. Das waren 277 Euro mehr als zum Jahresbeginn 2025 (2.443 Euro). Die durchschnittliche Brutto-Altersrente betrage 1.700 Euro je Person ab 65 Jahren.

Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD): „Gute Pflege muss für alle bezahlbar sein.“
Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD): „Gute Pflege muss für alle bezahlbar sein.“ Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Das Sozialministerium verwies auf eine Prognose des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, wonach die Eigenanteile für Pflegeheimplätze weiter steigen könnten. Grimm-Benne betonte, die Finanzierung der Pflege dürfe nicht zulasten der Pflegebedürftigen verschoben werden. Sachsen-Anhalt fordere eine Herauslösung versicherungsfremder Leistungen aus der Pflegeversicherung und deren Finanzierung aus Steuermitteln. Die medizinische Behandlungspflege solle komplett durch die gesetzliche Krankenversicherung übernommen werden.

DRK: Pflegeeinrichtungen durch offene Forderungen belastet

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Sachsen-Anhalt beobachtet neben der Belastung der Pflegebedürftigen auch eine der Einrichtungen. Es gebe eine wachsende Zahl offener Forderungen. Steigende Tariflöhne, höhere Betriebskosten und veränderte Finanzierungsregeln setzten die Finanzierung der Pflegeleistungen zunehmend unter Druck. 

Dem stünden immer mehr Pflegebedürftige gegenüber, die die Kosten nicht mehr allein tragen könnten. Einrichtungen des DRK gingen teilweise bis zu ein Jahr in Vorleistung. „Um die Versorgung der Betroffenen sicherzustellen, wird häufig pragmatisch mit Zahlungsrückständen umgegangen, etwa durch individuelle Absprachen oder Zahlungsaufschübe.“ Für die Pflegeeinrichtungen seien damit erhebliche wirtschaftliche Risiken verbunden.

Das DRK schlägt feste, begrenzte Eigenanteile vor. Darüber hinausgehende Kosten sollten von der Pflegeversicherung übernommen werden. „Gleichzeitig muss das Land Sachsen-Anhalt bei den Investitionskosten stärker unterstützen, um spürbare Entlastung und mehr Planungssicherheit zu schaffen.“

© dpa-infocom, dpa:260511-930-63369/2

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: