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Influenza:So breitet sich die Grippe in Deutschland aus

Derzeit steigt die Zahl der registrierten Grippefälle. Zuletzt wurden mehr als 15 000 neue Erkrankungen pro Woche registriert - so viele wie noch nie in der laufenden Saison.

Halsschmerzen, Husten und hohes Fieber: In Deutschland breitet sich die Grippe aus. Gewöhnlich beginnt die Grippesaison Anfang Januar und ebbt in den Monaten März oder April wieder ab.

Jede Woche veröffentlicht das Robert Koch-Institut (RKI) eine Deutschlandkarte, die die "Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen" anzeigt - also die Verbreitung von Krankheiten, die die Atemwege befallen, wie Erkältungen und Grippe. Anfang Januar war diese noch vorwiegend blau oder grün, was bedeutet, dass eine normale oder moderat erhöhte Aktivität festgestellt wurde. Vergangene Woche aber stachen schon mehrere rote Punkte auf der Karte hervor. Sie bedeuten, dass die Aktivität stark erhöht ist.

Das Grippevirus unterteilt sich in die Typen A, B und C. In der aktuellen Saison dominiert Typ B. An Typ B erkranken für gewöhnlich besonders häufig Schulkinder. Bei Typ A kann vor allem der Subtyp H3N2 besonders schwere Krankheitsverläufe bei älteren Menschen verursachen. In einer Saison, in der H3N2 dominiert, werden meist deutlich mehr Sterbefälle registriert.

Das RKI erfasst in einem Praxisindex die Zahl der Arztbesuche, die der Influenza zugeschrieben werden. Nach diesem Index stieg die Zahl der Grippeerkrankten in den vergangenen Wochen stark an, aber sie liegt bislang immer noch unter dem Niveau der schweren Grippewelle von 2016/2017. Wie heftig die aktuelle Saison ausfallen wird, lässt sich kaum vorhersagen. Bisher deutet allerdings nichts auf einen außergewöhnlichen Verlauf hin.

Wie schwer eine Grippewelle ausfällt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Besonders viele Menschen erkranken dann, wenn das Virus sich genetisch verändert hat oder im Vorjahr ein anderer Virustyp vorherrschend war. Denn nach einer Viruserkrankung baut der Körper Immunität gegen den Erreger auf.

15 188 Grippefälle wurden in der vergangenen Woche laut dem RKI registriert. Das ist der höchste Wert pro Woche seit Beginn der Grippewelle. Die tatsächliche Zahl dürfte allerdings höher liegen, denn erfasst wurden nur Fälle, die im Labor nachgewiesen wurden.

Dem Robert Koch-Institut wurden bislang 70 Todesfälle gemeldet, die mit einer Influenzainfektion zusammenhängen. Die meisten Todesfälle in den vergangenen Jahren gab es mit geschätzt 21 300 in der Grippesaison 2014/2015. Influenzabedingte Todesfälle werden meist durch eine bakterielle Lungenentzündung verursacht, nachdem die Viren die Lunge vorgeschädigt haben

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SZ vom 10.02.2018/beu
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