Idealgewicht Mollige erholen sich leichter von Operationen

"Die Sterblichkeit war bei Untergewicht und Fettleibigkeit erhöht", sagte Katherine Flegal, Hauptautorin der Studie seinerzeit. "Unter Übergewichtigen gab es hingegen deutlich weniger Todesfälle als unter Normalgewichtigen." Über die Ursachen spekulieren Mediziner noch. Mollige erholen sich wohl schneller von Operationen, sind weniger anfällig für Infektionen und bei manchen Krankheiten ist ihre Prognose besser. "Vielleicht liegt es daran, dass Übergewichtige mehr Nahrungsreserven und Muskelmasse haben", sagt Flegal. "Sie können dann noch etwas zusetzen."

In der aktuellen Studie im Deutschen Ärzteblatt können die Autoren ihre Einzelergebnisse nicht genau erklären. So erhöhte sich bei leichtem Übergewicht das Herz-Kreislauf-Risiko zwar etwas, dies wirkte sich auf die Sterblichkeit der Frauen aber überhaupt nicht und auf die der Männer nur minimal aus. Während Diabetes schon bei leichtem Übergewicht häufiger vorkommt, werden Knochenbrüche mit zunehmendem Gewicht seltener - hier sind Untergewichtige besonders gefährdet. Wer mehr auf die Waage bringt, stirbt offenbar auch seltener an Krebs, bei starkem Übergewicht gilt dies aber nicht mehr.

Es ist paradox: Die Debatte um das Übergewicht wird mit zunehmender Wucht geführt, obwohl die Gefahren umstritten sind und wohl nur die ganz Dicken mit einem BMI über 30 betreffen. Doch sogar sie sind nicht alle gefährdet. "Etwa 20 bis 30 Prozent von ihnen weisen ein unauffälliges Risikofaktorenprofil auf und haben wahrscheinlich kein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko", schreibt Hans Hauner von der Technischen Universität München in einem begleitenden Kommentar.