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Hygiene:Resistente Krankenhauskeime auf dem Vormarsch

Eine Infektion kann schnell zum Verhängnis werden, wenn gegen sie kein Antibiotikum mehr hilft. Klinikpatienten sind zunehmend durch solche resistenten Krankheitserreger gefährdet.

Bakterien, gegen die Antibiotika nichts oder nur wenig ausrichten, werden in deutschen Krankenhäusern immer häufiger zum Risiko. Ihr Anteil an der gesamten Keimbelastung ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das geht aus einer Liste des Bundesgesundheitsministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Sie stammt aus einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion und beruht auf einer Auswertung von 286 ausgewählten Kliniken.

Demnach stieg der Anteil der Antibiotika-unempfindlichen Keime in den letzten fünf Jahren um 50 bis 200 Prozent. Resistente Expemplare machen mittlerweile zwischen 0,04 und 17,9 Prozent der jeweiligen Keime aus.

Zu den resistenten Erregern gehören Escherichia coli. 55 Funde wurden im vergangenen Jahr gemeldet, zwei Jahre zuvor waren es 16. Acinetobacter baumannii wurde 250 mal gemeldet (2010: 217 Fälle). Resistenzen beim Keim Pseudomonas aeruginosa kamen 3888 Mal vor (2010: 2722). Allerdings betont Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz (CDU), dass der Vergleich der absoluten Zahlen nicht zulässig sei. Denn auch die Zahl der teilnehmenden Häuser stieg an: 269 Kliniken waren es 2010, 286 im Jahr 2012.

Ursachen für die Entwicklung von resistenten Keimen sind eine sorglose Verschreibung von Antibiotika sowie Antibiotika-Einsatz in der Tierzucht.