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Hygiene:Escherichia coli: Von harmlos bis EHEC

Jeder hat Escherichia-coli-Bakterien in seinem Darm und das ist auch gut so. Denn die meisten Stämme sind nützlich und hindern andere Keime daran sich auszubreiten. Es gibt aber auch einige krankheitserregende E.-coli-Bakterien. Manche von ihnen produzieren zusätzlich Giftstoffe und machen dann besonders krank. Ein Beispiel dafür ist EHEC, an dem 2011 ungewöhnlich viele Menschen erkrankten und 53 starben. Die Infektionsquelle waren Bockshornkleesamen aus Ägypten.

So genannte enterohämorrhagische Escherichia coli, kurz EHEC, bilden Shigatoxine, die wichtige Zellen im Darm zerstören. EHEC-Bakterien gelangen durch rohes oder nicht durchgegartes Fleisch, Rohmilch und daraus hergestellte Produkte wie Rohmilchkäse in den Körper. Auch auf Obst und Gemüse können die Erreger vorkommen, wenn die Lebensmittel mit Tierdung oder verunreinigtem Wasser in Kontakt kamen. Man kann sich aber auch anstecken, wenn man infizierte Tiere streichelt.

Zwei bis neun Tage nach der Ansteckung bekommen Betroffene Durchfall und schwere Bauchkrämpfe. Ihnen kann übel sein, Erbrechen ist aber selten und sie haben kein Fieber. Nach maximal einer Woche sollte der Durchfall wieder abgeklungen sein. In zehn bis 20 Prozent der Fälle entsteht eine Darmentzündung, die sich durch Blut im Stuhl und kolikartige Bauchschmerzen äußert. Fünf bis zehn Prozent dieser Patienten entwickeln eine lebensbedrohliche Komplikation, das so genannte hämolytisch-urämische Syndrom, kurz HUS. Es kommt zu akutem Nierenversagen und Blutarmut. Meist sind Kinder von diesem schweren Verlauf der EHEC-Infektion betroffen.

Zur Therapie verschreibt der Arzt in der Regel kein Antibiotikum, denn die Bakterien produzieren im Überlebenskampf noch mehr Giftstoffe.

Neben EHEC gibt es weitere E.-coli-Stämme, die giftige Stoffe produzieren: enterotoxische E. coli, kurz ETEC. Sie sind bei Urlaubern gefürchtet, weil sie die häufigste Ursache für Reisedurchfall sind. Meist werden sie durch fäkale Kontaminationen auf die Lebensmittel übertragen.

Die Symptome treten wie bei einer Salmonellen-Infektion sehr rasch auf. Schon nach wenigen Stunden bekommen Betroffene Durchfall, Bauchkrämpfe, Erbrechen und leichtes Fieber. Es kann bis zu 19 Tage dauern, bis die Beschwerden wieder abgeklungen sind.

Weitere Informationen:

Wie Sie sich vor Reisedurchfall schützen

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