Höhenmedizin:Der Wahnsinn am Berg

Lesezeit: 5 min

Höhenmedizin: In extremer Höhe wie hier am Mount Everest treffen Bergsteiger immer wieder irrationale Entscheidungen.

In extremer Höhe wie hier am Mount Everest treffen Bergsteiger immer wieder irrationale Entscheidungen.

(Foto: Neal Beidleman/AFP)

In großer Höhe erleben Bergsteiger immer wieder Merkwürdiges. Sie riechen Essen, hören Autos oder sehen Menschen, die nicht da sind. Dahinter steckt nicht die Höhenkrankheit, sondern eine Psychose.

Von Stefan Wagner

Plötzlich war er da. Gleichsam aus dem Nichts. Jeremy Windsor tauschte ein paar ermunternde Worte mit dem Mann aus, der sich als "Jimmy" vorstellte, dann ging er langsam weiter. Hier, auf 8200 Meter Höhe, im Anstieg an der Südostflanke des Mount Everest, will man nicht viel Sauerstoff mit dem Reden verbrauchen. Über seine rechte Schulter sah US-Bergsteiger Windsor seinen Begleiter den Rest des Tages aus dem Augenwinkel, immer ein paar Meter hinter sich. Später, beim Abstieg, verschwand Jimmy so plötzlich, wie er gekommen war. Erst als Windsor wieder im tiefer gelegenen Lager angekommen war, begriff er, dass es Jimmy nicht wirklich gab.

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