HIV:Gefahr der Nadeln

Ansteckung beim Drogenkonsum

Über direkten Blutkontakt gelangt HIV am leichtesten von Mensch zu Mensch. Besonders hoch ist das Ansteckungsrisiko, wenn mehrere Drogenkonsumenten sich das Injektionsbesteck teilen. In Blutresten an der Nadel überleben die Viren mehrere Tage. Bei erneutem Gebrauch gelangen sie direkt in die Blutbahn.

Übertragung bei medizinischen Behandlungen

Sofern die Hygienevorschriften eingehalten werden, besteht in deutschen Kliniken und Arztpraxen kein Ansteckungsrisiko. Die Gefahr hierzulande eine HIV-verseuchte Bluttransfusion oder ein infiziertes Blutprodukt zu bekommen, ist seit 1985 gebannt. Blutspenden werden konsequent auf verschiedene Krankheiten untersucht, auch auf HIV und Syphilis.

Doch nicht überall auf der Welt gelten die gleichen Hygienestandards. In vielen Entwicklungsländern fehlt es schlicht an Geld für Einwegnadeln oder moderne Sterilisationsapparate. In Regionen mit schlechtem medizinischen Standard ist es deshalb prinzipiell möglich, sich mit HIV anzustecken, während ein Arzt eine Verletzung versorgt. Reisende können sich schützen, indem sie nachfragen und nachsehen, mit welchen Materialien gearbeitet wird. Blutkonserven sollte man nur annehmen wenn sie lebensrettend sind. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, mit der Krankenversicherung oder dem Reiseveranstalter Kontakt aufzunehmen. Die Mitarbeiter können möglicherweise Einrichtungen mit gutem medizinischen Standard empfehlen oder einen Rücktransport organisieren.

Wie wird HIV nicht übertragen?

Beim Küssen: Selbst leidenschaftliche Zungenküsse sind ungefährlich. HI-Viren werden nicht über den Speichel übertragen.

Alltägliche Sozialkontakte: Der Erreger wird nicht beim Husten oder Niesen, durch Nahrungsmittel oder Wasser weitergegeben. Man kann vom selben Teller essen, aus der selben Flasche trinken, sich Besteck teilen, dieselbe Toilette benutzen, zusammen ins Schwimmbad oder in die Sauna gehen und sich mit dem selben Handtuch abtrocknen, ohne eine Ansteckung zu riskieren.

Insektenstiche: Mücken übertragen kein HIV.

Friseur, Maniküre, Ohrlochstechen, Piercing, Tätowieren: Bei all diesen Behandlungen kann es blutig zugehen. Sofern die zuständige Fachkraft Scheren, Feilen oder Nadeln nach jedem Gebrauch sachgemäß reinigt und desinfiziert, besteht jedoch kein Risiko, sich mit HIV anzustecken.

© Süddeutsche.de/beu
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