Süddeutsche Zeitung

Gesundheitspolitik:Spahn will HIV-Selbsttests frei zugänglich machen

Etwa 13 000 Menschen in Deutschland sind mit dem Aids-Erreger infiziert, ohne es zu wissen. Der Gesundheitsminister will mit dem Test nun "jene erreichen, die sich sonst nicht testen lassen würden".

Das Bundesgesundheitsministerium will gesetzlich regeln, dass von Herbst an HIV-Selbsttests frei verkäuflich sind. Das berichtet die Funke-Mediengruppe. "Der HIV-Selbsttest ist ein Meilenstein beim Kampf gegen Aids. Er kann auch jene erreichen, die sich sonst nicht testen lassen würden", sagte Minister Jens Spahn (CDU) dem Medienkonzern.

In Deutschland leben nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts etwa 12 700 Menschen mit HIV, ohne es zu wissen. Insgesamt sind in der Bundesrepublik knapp 90 000 Menschen mit dem Erreger der Immunschwächekrankheit Aids infiziert, jedes Jahr stecken sich in Deutschland etwa 3000 Menschen an. In Österreich darf schon seit diesem Monat ein HIV-Selbsttest in Apotheken gekauft werden. Bei den Selbsttests kann eine Infektion etwa zwölf Wochen nach einer Ansteckung festgestellt werden.

Spahn sagte, je früher Betroffene die Diagnose HIV kennen würden, desto früher könnten sie gut behandelt werden. "Und andere haben bei Unsicherheit die Chance auf schnelle Gewissheit, nicht infiziert zu sein." Bislang dürfen HIV-Schnelltests in Deutschland nur an Ärzte, ambulante und stationäre Einrichtungen des Gesundheitswesens, Blutspendedienste und Beratungseinrichtungen abgegeben werden.

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