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Herzinfarkt:Warm anziehen

Britische Wissenschaftler haben Patientenakten und Wetteraufzeichnungen verglichen - und herausgefunden: Temperaturstürze fördern Herzinfarkte.

Wenn es draußen kälter wird, steigt das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Dieser Zusammenhang gelte unabhängig von der Jahreszeit, schreiben Forscher um den Epidemiologen Krishnan Bhaskaran von der London School of Hygiene im British Medical Journal (online).

Winterspaziergang

Besonders bei älteren Menschen stieg das Infarktrisiko bei sinkenden Temperaturen.

(Foto: ddp)

Entscheidend sei allein der Temperaturunterschied - nicht die absolute Temperatur. Mit jedem Grad, um das die Außentemperatur sank, stieg das Infarktrisiko in der Studie um zwei Prozent.

Im Studienland Großbritannien erleiden jedes Jahr etwa 146.000 Menschen einen Herzinfarkt. Bhaskaran und seine Kollegen glichen die Daten von mehr als 84.000 Patienten, die innerhalb von drei Jahren mit Herzinfarkt ins Krankenhaus gekommen waren, mit den Wetterdaten im gleichen Zeitraum ab.

Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang in den ersten zwei Wochen nach dem Sinken der Temperatur. Andere Faktoren, die sich ebenfalls auf das Infarktrisiko auswirken könnten wie die Jahreszeit oder das saisonale Gripperisiko, wurden aus der Analyse herausgerechnet.

Es zeigte sich, dass die sinkenden Temperaturen nicht alle Menschen gleich stark beeinflussen. Besonders deutlich war der Zusammenhang bei Älteren zwischen 74 und 85 Jahren.

Wer hingegen über längere Zeit Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) genommen hatte, dem machten sinkende Temperaturen weniger aus. Wird es kälter, bilden sich im Körper eher Entzündungen und das Blut gerinnt leichter - beides begünstigt Herzinfarkte. Was also raten die Forscher? Warm anziehen.