Hamburg (dpa/lno) - Hamburg beteiligt sich an einem Pilotprojekt, um die Verbreitung von Coronaviren schneller zu erfassen. Dafür soll das Abwasser der Hansestadt ein Jahr lang untersucht werden, teilte die Umweltbehörde am Freitag mit. Hintergrund: Bereits mehrere Tage bevor Menschen sich krank fühlen und testen lassen, scheiden sie bei einer Corona-Infektion Viren aus. Das Infektionsgeschehen lässt sich dabei über eine Analyse des Abwassers schnell abbilden. So sei es möglich, einen Anstieg der Infektionszahlen deutlich früher zu erkennen, als über die Meldungen positiver Tests - quasi als Frühwarnsystem für eine mögliche nächste Corona-Welle.
„Dieses zukunftsweisende Projekt kann dabei helfen, das Infektionsgeschehen inklusive der Dunkelziffer nicht erfasster Infizierungen schneller abzubilden und somit neue Wellen einzudämmen beziehungsweise zu verhindern“, sagte Michael Pollmann, Staatsrat der Umweltbehörde. Dabei übernimmt Hamburg Wasser die Probenahme im Sielsystem, die Aufarbeitung und Analyse der Proben erfolgt im Institut für Hygiene und Umwelt. Vorgesehen sind während der Pilotphase zwei Probenahmen pro Woche.
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