Am Ende wurde es ein wenig unappetitlich. Kurz bevor die Weltgesundheitsorganisation WHO ihren neuen Generaldirektor wählte, stritten zwei Kandidatenlager darüber, ob "wässriger Durchfall" eine adäquate Bezeichnung für "Cholera" ist. Dahinter stand der Vorwurf, der Kandidat Tedros Adhanom Ghebreyesus habe als Gesundheitsminister in Äthiopien gefährliche Cholera-Ausbrüche verschleiert, indem er in den Meldungen an die WHO lediglich von Durchfallerkrankungen sprach. Unterstützung bekam der Äthiopier vom ehemaligen Leiter der US-Seuchenschutzbehörde CDC, Tom Frieden. Er befand, dass solch unspezifische Meldungen weit verbreitet seien, da nicht immer Laboranalysen zur Verfügung stünden, um die genaue Ursache einer Erkrankung bestimmen zu können. Der Vorwurf war gleichwohl unangenehm: Die WHO steckt in einer Vertrauenskrise; ein Direktor über dem der Verdacht der Intransparenz schwebt, verkompliziert die Lage.
Globale Gesundheit:Erstmals führt ein Afrikaner die WHO
Der Äthiopier Tedros Adhanom Ghebreyesus löst Margaret Chan an der Spitze der WHO ab.
(Foto: AP)- Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat einen neuen Generaldirektor gewählt.
- Im dritten Wahlgang setzte sich der Äthiopier Tedros Adhanom Ghebreyesus durch.
- Er tritt das Amt am 1. Juli für zunächst fünf Jahre an.
Von Berit Uhlmann


