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Gesundheit - Wiesbaden:Öffnung von Schulen und Gaststätten unter strengen Auflagen

Corona
Ein Schüler der sechsten Klasse meldet sich im Unterricht. Foto: Armin Weigel/dpa (Foto: dpa)

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Wiesbaden/Frankfurt (dpa/lhe) - Neben den Abschlussklassen besuchen seit Montag auch wieder Viertklässler und weitere Jahrgänge hessische Schulen. Lockerungen für die Gastronomie in der Corona-Zeit bringen wieder etwas mehr Leben in die Städte. Unsicherheiten für Wirtschaft und Menschen bleiben aber. Die Themen:

SCHULSTART

Unter strengen Auflagen hat für Hessens Schulen die zweite Phase der Öffnung begonnen. Hunderttausende Kinder kehren tageweise an die Schulen zurück. In einer ersten Phase am 27. April starteten die Abschlussklassen. Nun folgen alle weiteren Jahrgänge der weiterführenden Schulen und auch die Viertklässler der Grundschulen. Diese Öffnung entlaste vor allem Familien, die das Homeschooling und ihre Erwerbstätigkeit verbinden müssen.

Die hessische Bildungsgewerkschaft (GEW) kritisiert, dass die Organisation des Schulbetriebs unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsvorschriften für viele Schulen eine extreme Herausforderung darstellt. Weitere Unterstützung von Schulträgern, Kultusministerium und Gesundheitsämtern werde gefordert. So müssten Lehrer teilweise entlastet und benachteiligte Schüler unterstützt werden.

GASTRONOMIE

Hessische Gastronomen können seit vergangenen Freitag wieder Gäste empfangen. Das erleichtert die Branche, gleichzeitig stellt der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Hessen klar: Die Regelungen sind keine Dauerlösung."Die Branche ist insgesamt erleichtert, dass sie wieder arbeiten kann, auch wenn die Bedingungen erschwert sind", erklärt der Sprecher Julius Wagner. Größtes Problem sei die hessenspezifische Regelung, dass nur eine Person pro fünf Quadratmeter erlaubt sei. "Lange kann das so nicht bleiben."

Das hessische Gastgewerbe hat wegen der Corona-Pandemie im März massive Umsatzeinbußen erlitten. Wie das Statistische Landesamt am Montag in Wiesbaden mitteile, sanken die preisbereinigten Erlöse in der Branche aufgrund der vielfältigen Beschränkungen für das Gastgewerbe um 45,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

IMPFSTOFF

Marburger Virologen wollen gemeinsam mit Kollegen noch im September beginnen, einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 in ersten klinischen Versuchen am Menschen zu testen. Der Impfstoff für die klinische Phase I wird zurzeit von der Firma IDT Biologika in Dessau hergestellt, wie Stephan Becker, der Direktor des Instituts für Virologie an der Uni Marburg, am Montag bekannt hab.

IMMOBILIEN

Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft haben in der Corona-Krise einen Schub für den Wohnungsbau gefordert. Das Bündnis "Impulse für den Wohnungsbau Hessen" warnte vor den Folgen von sinkenden Investitionen und langsameren Genehmigungen für den ohnehin angespannten Markt. "Die Corona-Pandemie darf nicht von den bestehenden Problemen der Wohnungspolitik in Hessen ablenken", erklärte Thomas Reimann, Vorstand des Bundes Deutscher Baumeister Architekten und Ingenieure Hessen/Frankfurt.

NATURSCHUTZGEBIETE

Naturschutzgebiete in Hessen leiden in Zeiten der Corona-Krise unter Ausflüglern. Nach Angaben der Regierungspräsidien in Darmstadt, Gießen und Kassel halten sich längst nicht alle Besucher an die strengen Regeln. Das Resultat: Müll, Trampelpfade oder verstopfte Nistkästen. Eine flächendeckende Kontrolle sei kaum möglich und mancher Besucher werde auch aggressiv. Das Besucheraufkommen sei an allen Wochentagen stark gestiegen.

INFEKTIONSZAHLEN

Die Corona-Infektionen in Hessen sind am Montag (Stand 14.00 Uhr) auf 9337 Menschen angestiegen. Das sind 20 Fälle mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium in Wiesbaden mitteilte. Die mit Covid-19 in Verbindung gebrachten Todesfälle erhöhten sich auf 439, vier mehr als noch am Tag zuvor.

Bei den regionalen Fallzahlen liegt der höchste Wert der Mitteilung zufolge bei 14 Fällen im Odenwaldkreis und in Wiesbaden. Im Vogelsbergkreis und im Kreis Marburg-Biedenkopf wurden keine neuen Fälle gemeldet.

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