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Gesundheit - Speyer:Bistümer sagen Gottesdienste ab

Speyer/Mainz/Trier (dpa/lrs) - Zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus in Rheinland-Pfalz und im Saarland haben die Bistümer Mainz, Speyer und Trier ihre Gottesdienste eingestellt. Die Regelung gelte zunächst bis Ende März, teilten die Bistümer am Freitag mit. Alles Weitere hänge von den nächsten Entwicklungen ab.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf befinde sich in Quarantäne, teilte das Bistum in der Landeshauptstadt mit. Kohlgraf habe sich in der vergangenen Woche mit einer Person in einem Raum aufgehalten, die mit dem Coronavirus infiziert seit. "Deshalb muss er derzeit aus Gründen der Vorsorge eine von den Gesundheitsbehörden empfohlene häusliche Absonderung einhalten", hieß es. Dem Bischof gehe es gut, er sei frei von Symptomen.

"Wir wollen nicht in Panik verfallen, sondern den Menschen durch unser Tun und Lassen Sicherheit geben", sagte Generalvikar Ulrich von Plettenberg in Trier. Von der Absage betroffen sind demnach auch etwa Taufen, Hochzeiten und Firmungen. "Die Priester werden angehalten, Beerdigungen im kleinen Rahmen durchzuführen", hieß es.

Das Bistum Speyer teilte mit, eine Entscheidung über die Kar- und Ostertage im April soll später getroffen werden. Vorerst seien die Priester des Bistums aufgerufen, allein und damit stellvertretend für die Gemeinden die Messe zu feiern und für die Gläubigen zu beten.

Beerdigungen können nur noch ohne Sterbeamt stattfinden. "Bei den Beerdigungen sind die auch bisher schon üblichen Hygienemaßnahmen - kein Händeschütteln und so weiter - einzuhalten", hieß es aus Speyer. Abgesagt würden auch pfarrliche Veranstaltungen wie Gruppentreffen mit Erstkommunionkindern.

Bischof Kohlgraf unterstrich, die Entscheidung sei allen Verantwortlichen nicht leichtgefallen. "Wir haben sie nach gründlicher Überlegung und Abwägung und in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden getroffen", teilte der Bischof in Mainz mit.

"Unser kirchlicher Auftrag ist die Solidarität mit der gesamten Gesellschaft", betonte Generalvikar von Plettenberg in Trier. "Gleichzeitig müssen wir unsere Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Blick behalten."

Die Kirchen sollten nach Möglichkeit für das persönliche Gebet geöffnet bleiben, hieß es aus Speyer und Trier. In Mainz ist der Dom aber im genannten Zeitraum für die Öffentlichkeit geschlossen.

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