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Gesundheit:Prüfer-Storcks sieht Schulschließung rückblickend anders

Corona
Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Hamburg (dpa/lno) - Hamburgs scheidende Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) sieht die Entscheidung zur Schul- und Kitaschließung im Rückblick anders. Ob es notwendig gewesen sei, die Kitas und Schulen zu schließen, darüber würden sich noch heute die Wissenschaftler streiten. "Hätten sie (die Wissenschaftler) damals nicht gesagt, dass Kinder und Jugendliche die Krankheit stärker übertragen als Erwachsene, dann hätten wir vielleicht anders entschieden und Schulen wie Kitas offengelassen oder schneller wieder geöffnet. Aber auch die Wissenschaftler brauchten Zeit, um die neue Krankheit zu erforschen", sagte Prüfer-Storcks der "Welt am Sonntag" (Regionalausgabe Hamburg).

Mit den bisherigen Maßnahmen zeigt sich Prüfer-Storcks zufrieden. "Momentan kann man sagen: Die Pandemie flacht ab, wir haben mit unseren Maßnahmen viel erreicht und vieles richtig gemacht."

Zugleich hält sie eine zweite Infektionswelle im Herbst nicht für unwahrscheinlich: "Corona wird nicht einfach so verschwinden, das Virus ist noch da." Unklar sei, ob für das derzeitige Abflachen der Pandemie in Deutschland nur die ergriffenen Maßnahmen und die Disziplin der deutschen Bevölkerung verantwortlich gewesen sei oder ob es bei Covid-19 doch saisonale Schwankungen wie bei der Grippe gebe. "Wir wissen es nicht. Deshalb darf man sich nicht in falscher Sicherheit wiegen", sagte sie der Zeitung. "Gefährlich wäre es, wenn wir im Herbst die saisonale Grippe hätten und diese sich mit einer zweiten Corona-Welle paaren würde." Deshalb setze sie sich dafür ein, dass für den Herbst eine sehr umfangreiche Grippe-Impfstrategie entwickelt werde, die über das hinausgehe, was die Ständige Impfkommission bisher empfiehlt.

Prüfer-Storcks hatte Ende Februar verkündet, sie werde in den Ruhestand gehen - kurz darauf musste sie für Hamburg den ersten Corona-Fall vermelden und war seitdem im Dauereinsatz.

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