Gesundheit - Mainz:Impfkampagne nimmt 80-Prozent-Ziel in den Blick

Corona
Menschen warten in einer Schlange auf ihre Corona-Impfung vor einem Impfbus. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa (Foto: dpa)

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Mainz (dpa/lrs) - Die Impfkampagne in Rheinland-Pfalz rollt in eine neue Phase: Um die angestrebte Quote von 80 Prozent zu erreichen, werden jetzt Impfungen ohne Anmeldung angeboten - in einem der sechs Impfbusse, die in den nächsten Wochen durchs Land fahren, oder auch zeitweise in den Impfzentren des Landes. "Jede Impfung zählt für einen sicheren Herbst und Winter", sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) am Montag in Mainz.

An sechs verschiedenen Orten in Rheinland-Pfalz begannen am Montag Corona-Schutzimpfungen in umgebauten Bussen. Ziel der Impfbus-Kampagne sei es, an gut frequentierten Standorten "aufsuchend Menschen zu erreichen", sagte Hoch auf einem Supermarkt-Parkplatz im Mainzer Stadtteil Hechtsheim. "Wir haben noch viele Lücken bei den 18- bis 59-Jährigen, da geht noch mehr, diese Altersgruppe wollen wir verstärkt erreichen."

Vor dem Impfbus standen zeitweise mehr als 20 Menschen an, um sich ohne vorherige Anmeldung, nur mit dem Personalausweis, impfen zu lassen - wahlweise mit dem Biontech-Impfstoff oder mit der Einmal-Impfung von Johnson & Johnson. "So kann man die Leute abholen, denen die ganze Bürokratie zu umständlich ist", sagte ein 21-jähriger Student. Er habe seinen ersten Impftermin storniert, weil er mit dem Bus jetzt schon eher geimpft werden könne. Für die zweite Impfung wolle er sich erneut einen Impfbus suchen.

Auch einer 23-jährigen Studentin ist es wichtig, dass der Anteil der geimpften Menschen an der Gesamtbevölkerung weiter steigt. "So können wir mehr Sicherheit und hoffentlich mehr Lockerungen erleben."

"Wir wollen um die letzten 10 oder 20 Prozent ringen, das sind die entscheidenden Prozente", sagte der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Die Impfkampagne sei jetzt in eine Phase eingetreten, in der die Kühlschränke mit Impfstoff gut gefüllt seien, die Impfbereitschaft aber geringer werde. Da sei es der richtige Weg, auch gezielt in die Stadtteile zu gehen.

In allen Impfzentren in Rheinland-Pfalz gibt es ab Montag auch bestimmte Zeitfenstern für eine Impfung ohne vorherige Terminvereinbarung. Dies sei "ein weiterer Schritt, um ein noch unkomplizierteres Impfschutzangebot zu etablieren", erklärte Hoch.

Zu den Überlegungen zur Impfung von Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren sagte der Minister, das Land folge der Linie der Ständigen Impfkommission (Stiko), die Impfungen für Jugendliche bislang nicht generell empfiehlt. Das Thema stand am Montag auch auf der Tagesordnung der Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern.

Die Impfbusse sollen alle Teile des Landes abdecken und bis Ende des Monats an mehr als 200 Stationen jeweils einen Tag bleiben. Die Aktion könne auch verlängert werden, sagte Hoch. Er kündigte an, dass es zum Start des Wintersemesters an den Hochschulen dort weitere aufsuchende Impfaktionen geben werde. Um möglichst sicher in den Herbst zu kommen, sei eine Impfquote von landesweit 80 Prozent das Ziel. In städtischen Gebieten sei die Impfbereitschaft höher als auf dem Land. In einigen Landkreisen gebe es bereits Impfquoten von über 70, in anderen aber noch unter 60 Prozent.

Bisher haben mehr als sechs von zehn Menschen in Rheinland-Pfalz zumindest eine Erstimpfung erhalten. Vollständig geimpft ist jeder und jede Zweite. Bei den Menschen über 60 Jahren haben acht von zehn einen vollständigen Impfschutz.

© dpa-infocom, dpa:210802-99-664481/3

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