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Gesundheit - Jena:Streit um Spielplatz-Schließungen in Jena entflammt

Corona
Anja Siegesmund (Bündnis90/Die Grünen), Umweltministerin von Thüringen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild (Foto: dpa)

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Jena (dpa/th) - In Jena ist ein heftiger Streit um die von der Kommune verordnete Schließung von Kinderspiel- und Bolzplätzen entbrannt. So hatte unter anderem Thüringens grüne Umweltministerin Anja Siegesmund die Ankündigung scharf kritisiert. "Gerade jetzt ist es für Eltern wichtig, ihren Kindern das Toben auf Spielplätzen zu ermöglichen. Kinder brauchen Freiräume", erklärte sie am Dienstag. Die Stadt konterte: "Auch wenn die Schließung von Spielplätzen ein harter Einschnitt bedeutet – die Stadt Jena handelt im Sinne der Gesundheit von Kindern und deren Eltern."

Der Krisenstab der Kommune habe sich für diese Maßnahme entschieden, nachdem die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen wieder auf mehr als 200 gestiegen war, so die Stadtverwaltung. Es sei aus Sicht des kommunalen Krisenstabs "schwer vermittelbar", dass nach der im ganzen Land angeordneten Schließung von Schulen und Kindergärten "nun die Zusammentreffen auf die Spielplätze verlagert werden." Kinder könnten – auch wenn sie meist keine Symptome entwickelten – Infizierungen mit dem Sars-CoV-2-Virus weitergeben.

In der vergangenen Woche waren in Jena den Angaben der Stadt zufolge allein an 30 Schulen und Kindertagesstätten Corona-Infektionen sowohl bei Kindern als auch Pädagogen aufgetreten. Eine weitere Kontaktreduzierung müsse aktuell das Gebot der Stunde sein, so der Jenaer Krisenstab. Sobald die Werte der Sieben-Tage-Inzidenz wieder unter 200 falle, werde die Lage neu eingeordnet und über eine Öffnung diskutiert.

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