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Gesundheit - Heilbad Heiligenstadt:Unstimmigkeiten bei Zahlen in der Pandemie führen zu Unmut

Corona
Ein Arzt macht einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Heiligenstadt (dpa/th) - Das Landratsamt Eichsfeld hat die Entscheidung verteidigt, eigene tagesaktuelle Corona-Fallzahlen nicht mehr zu veröffentlichen. "Angesichts der quasi zur Rechtsgrundlage aufgestiegenen Bedeutung der RKI-Zahlen [Robert Koch-Institut] musste die Entscheidung zugunsten des RKI-Systems ausfallen", teilte das Landratsamt am Samstag mit.

Dafür spreche auch ein Erlass des Gesundheitsministeriums mit der Empfehlung, ausschließlich die vom Landesamt für Verbraucherschutz ermittelten Zahlen der Neuinfektionen zu veröffentlichen. Diese Zahlen seien identisch mit denen des RKI. Dieser Empfehlung war der Landkreis am Freitag erstmals gefolgt. Der Mitteilung zufolge hat der Schritt allerdings vielfach Kritik geerntet.

Hintergrund ist, dass die RKI-Zahlen etwa durch Verzögerungen im Meldeablauf in der Regel weniger aktuell sind als die Daten, die den Gesundheitsämtern der Landkreise und Städte tagesaktuell vorliegen. Vor allem bei den Todeszahlen sei dies besonders auffällig, hieß es in der Mitteilung aus dem Eichsfeld.

"Weil die elementare Bedeutung von Zahlen rasant wächst, wird auch deren Aussagewert immer heftiger umstritten", so die Mitteilung weiter. Die zuweilen unterschiedlichen Zahlen zur gleichen Lage befeuerten einen nicht zu rechtfertigenden Unmut. Daher sei die Entscheidung für die RKI-Zahlen gefallen.

Zudem teilte das Landratsamt am Samstag mit, dass angesichts der steigenden Infektionszahlen im Kreis keine Schulschließungen, wohl aber weitere Einschränkungen für den Schulbetrieb festgelegt werden sollen. Sofern das zuständige Ministerium zustimme, sollen diese ab Dienstag gelten. Die Zahl der bekannten Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tage lag im Eichsfeld am Samstag dem RKI zufolge bei 201 und war damit fast so hoch wie die thüringenweite Inzidenz.

Auch einige andere Landkreise und Städte hatten bereits am Freitag angekündigt, auf steigende Fallzahlen mit Einschränkungen oder kompletten Schließungen bei Kitas und Schulen reagieren zu wollen.

© dpa-infocom, dpa:210320-99-900681/2

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