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Gesundheit - Hamburg:Spahn: Mehr Mut bei Debatte um Krankenhaus-Schließungen

Deutschland
Jens Spahn (CDU, l), Bundesminister für Gesundheit. Foto: Christian Charisius/dpa (Foto: dpa)

Hamburg (dpa/lno) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für die künftige Krankenhausplanung in den Regionen mehr Mut von der Kommunalpolitik gewünscht. Fehlendes Geld sei nicht das Hauptproblem bei der Krankenhausfinanzierung, sagte der Politiker am Donnerstag vor Ärzten und Pflegern der Asklepios-Klinik in Hamburg-Harburg. "Das Problem ist doch eher eine Struktur, die nicht effizient ist."

So traue sich keiner, die Entscheidung zu treffen, was eigentlich eine ideale Versorgungsstruktur für Hamburg wäre. Dabei gehe es um eine Grundversorgung in allen Stadtteilen, Notfallversorgung sowie einfachere Maßnahmen in der Fläche und Fachkliniken für komplexere Fälle. "Ich möchte keine Krankenhäuser mehr haben (...), wo nur fünf Pankreas-Operationen oder zehn Prostata-Operationen im Jahr stattfinden." Die Qualität dieser Eingriffe könne niemals so gut sein wie in einem Haus, wo die gleichen Operationen zehn Mal am Tag gemacht werden.

Die Krankenhausstrukturdebatte müsse mehr an der Qualität statt an der Entfernung ausgerichtet sein. "Es ist wichtig, dass Krankenhäuser gut erreichbar sind." Die Kliniken müssten aber auch gut sein. "Wenn die sagen "So einen Fall wie Sie hatten wir schon lange nicht mehr", dann fühle ich mich nicht wohl in so einem Krankenhaus." Die Debatte um Krankenhausschließungen gehöre allerdings zu einem der emotionalsten Themen in der Kommunalpolitik.

Zur Personaldebatte rund um den Vorsitz der Bundes-CDU, für den auch er gehandelt wird, äußerte sich Spahn nur indirekt am Rande: Er rief die Klinikmitarbeiter auf, ihre Wünsche an die Politik in die Entscheidung zur Bürgerschaftswahl am Sonntag miteinfließen zu lassen. "Es reden gerade wieder alle in Berlin über Personalfragen. Die sind auch wichtig. Aber ich tippe, die allermeisten Pflegekräfte und Ärzte interessiert es überschaubar, wer Parteivorsitzender oder Gesundheitsminister ist. Sie interessiert vor allem die Frage, ob wir in der Sache für sie einen Unterschied machen."

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