Gesundheit:Für den guten Ton: Hörgeräte richtig reinigen

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Mainz (dpa/tmn) - Cremereste, Staub, Schweiß und vor allem Ohrenschmalz: All das lässt ein Hörgerät verdrecken. Umso wichtiger ist eine regelmäßige, gründliche Reinigung. Wie geht man dabei vor?

Für eine schnelle, oberflächliche Reinigung eignen sich feuchte Spezialtücher, die es beim Hörakustiker gibt. Sie sind so zusammengesetzt, dass sie das Hörgerät reinigen und desinfizieren, aber den Kunststoff, aus dem die Geräte gefertigt sind, nicht austrocknen, sagt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker (biha). Das soll die Langlebigkeit der Gehäuse fördern.

Am häufigsten seien die Hörsysteme am Ohrpass-Stück verschmutzt, so Frickel. Dieses sitzt im Gehörgang, was den natürlichen Abtransport von Ohrenschmalz verhindert. "Weil das Ohr aber stetig Ohrenschmalz produziert, verstopft es mit der Zeit die Höreröffnung oder den Schallaustritt des Schlauches." Also: immer mal sauber machen.

Schallschläuche trocken pusten

Der häufigste Reinigungsfehler passiert laut der Verbandschefin bei Schallschläuchen, wenn diese nach einem Reinigungsbad nicht richtig trocken gepustet werden. Wichtig: Der Blasebalg aus dem Reinigungsset muss fest auf den Schlauch aufgesetzt werden. Mit mehreren kräftigen Pumpstößen wird das Wasser aus dem Schlauch geblasen, bis keine Tröpfchen mehr darin zurückbleiben.

Bei sogenannten RIC- und IdO-Hörsystemen sind es oft die Siebe der Lautsprecher- und Mikrofon-Öffnungen, die durch Ohrenschmalz und Hautschüppchen verstopft sind. Sie sollten regelmäßig ausgetauscht werden. Profis können einem schon bei der Anpassung ans Ohr zeigen, wie das geht. Danach kann man den Austausch auch selbst vornehmen.

Mit Spezialreinigungsbürsten kann man Mikrofon- und Höreröffnungen vorsichtig von leichten Ablagerungen befreien. Dabei müssten die Borsten in einem 45-Grad-Winkel zur Öffnung stehen, erklärt Frickel.

Trocknen mit Salzkapsel oder elektrisch

Wichtig ist auch das Trocknen der Hörsysteme, wahlweise mit der Hilfe einer Salzkapsel oder elektrisch. Die Trockenkapseln ziehen über Nacht die Feuchtigkeit aus den geöffneten Hörsystemen, wenn diese in einer verschlossenen Dose, einem Trockenbeutel oder Etui liegen.

In der elektrischen Trockenbox werden die Geräte hingegen mit leerem Batteriefach auf bis zu etwa 50 Grad erhitzt, sodass die Feuchtigkeit verdunstet. Oft nehmen diese Boxen auch eine UV-Bestrahlung vor, dadurch wird die Oberfläche der Geräte zusätzlich desinfiziert.

© dpa-infocom, dpa:211015-99-612989/2

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