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Gesundheit - Frankfurt am Main:Digitalisierung: Ärztekammer sieht viele Probleme in Hessen

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Entlastung für Ärzte, Hilfe für Patienten: Die Digitalisierung bietet auch dem Gesundheitswesen viele Chancen, doch in Hessen fehlt nach Einschätzung der Landesärztekammer noch die nötige Infrastruktur. "Wichtig ist, dass auch der ländliche Raum einen flächendeckenden Zugang zu gigabitfähigem Internet, mobilem W-LAN und eine lückenlose Mobilfunkverbindung erhält", erklärte Kammerpräsident Edgar Pinkowski auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Hier liege Vieles im Argen.

Die schwarz-grüne Landesregierung habe eine Digitalisierungsoffensive angekündigt. Dies sei sehr zu begrüßen, wenn damit Projekte gefördert würden, die den Menschen nutzen. Als Beispiel nannte Pinkowski die von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) entwickelte App "Warts-Ab", deren Ziel es sei, Wartezeiten zu minimieren. Nach dem Personalwechsel im hessischen Sozialministerium im Anschluss an die Landtagswahl war das Vorhaben ins Stocken geraten.

Pinkowski erklärte, Probleme des Datenschutzes seien noch ungelöst. Digitalisierung sei wie ein Zauberwort, das auch viele Politiker glauben lasse, die Lösung für die Herausforderungen im Gesundheitswesen gefunden zu haben. Doch entscheidende Faktoren wie ärztliche Expertise und das vertrauensvolle Arzt-Patienten-Verhältnis ließen sich nicht durch digitale Anwendungen oder Apps ersetzen.

Am Mittwoch diskutierten in Frankfurt rund 480 Teilnehmer auf einem Kongress das Thema "E-Health". Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) erklärte, die Digitalisierung solle aus der Perspektive der Patienten gedacht werden. So könne etwa Telemedizin den Patienten Wege ersparen und Distanzen überbrücken. Damit sei sie ein Schlüssel zu einer weiterhin wohnortnahen Versorgung. Den persönliche Kontakt zum Arzt solle dies aber nicht ersetzen. Bei dem Kongress präsentierten zahlreiche Aussteller mögliche Anwendung, wie etwa digital gestützte Therapien bei psychischen Erkrankungen.

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