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Gesundheit - Erfurt:Online-Anmeldung für Corona-Impfung angelaufen: Ansturm groß

Corona
Die Bewohnerin eines Pflegeheims wird gegen Corona geimpft. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild Pool/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Weimar (dpa/th) - Die Online-Anmeldung für Corona-Impfung in Thüringen ist am Mittwoch mit einer großen Nachfrage von Impfwilligen gestartet. Der Ansturm auf das Online-Portal www.impfen-thueringen.de sei am Morgen so groß gewesen, dass der Server zunächst überlastet gewesen sei, sagte Jörg Mertz, Chef des Pandemiestabs bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen und Koordinator der Impfungen. Diese seien aber rasch beseitigt gewesen. "Es läuft tipptopp", so Mertz. Bis zum späten Nachmittag seien rund 7150 Erst- sowie die entsprechenden Folgetermine für die Zweitimpfung vergeben worden. Am 13. Januar sollen dann die ersten der rund 30 Impfzentren in Thüringen öffnen.

Die Immunisierung gegen die durch das Coronavirus ausgelöste Erkrankung Covid-19 besteht aus zwei Einzelimpfungen, vergeben wurden deshalb Termine für Erst- und Folgeimpfung. Die Terminvergabe ist zunächst auf vorrangig zu impfende Bevölkerungsgruppen begrenzt. Das sind unter anderem Menschen über 80 Jahre, Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste und das Personal von Rettungsdiensten. Auch über den Jahreswechsel sind Online-Terminvergaben möglich, ab 4. Januar soll dann auch telefonisch unter 03643-4950490.

Die Impfung für Bewohner und Personal von Pflegeheimen läuft bereits seit einigen Tagen. Auch die ersten Krankenhäuser haben Mitarbeiter etwa von Intensivstationen und Notaufnahmen geimpft. Das Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) hatte für Thüringen am Mittwoch 672 Impfungen gegen Covid-19 erfasst.

Die Impfquote je 100 000 Einwohner liegt zunächst bei 0,03 Prozent, sagte Mertz. Das entspreche dem Niveau in vielen anderen Bundesländern. Das RKI selbst veröffentlicht wegen der noch geringen Impfzahlen bislang keine Quoten. Bei den absoluten Zahlen der verabreichten Impfungen ist Thüringen bundesweites Schlusslicht. Die stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Beate Meißner sprach am Mittwoch von einem "Skandal". Das Land habe die Impfungen durch mangelnde Aufklärung schlecht vorbereitet.

Mertz verwies zur Einordnung darauf, dass andere Bundesländer teils deutlich mehr Einwohner als Thüringen hätten und teilweise auch bei der Impfreihenfolge anders vorgingen, etwa Rettungskräfte zuerst geimpft worden seien. "Wir haben einen Marathon vor uns", sagte Merz. Thüringen habe das Ziel, im ersten Quartal in allen Pflegeheimen zu impfen. Dem RKI zufolge wurden bundesweit gut 78 000 Impfungen erfasst, die meisten in den bevölkerungsstarken Ländern Bayern (12 935) und Nordrhein-Westfalen (11 385).

Über den Jahreswechsel soll es in den Pflegeheimen in Thüringen zunächst eine Impfpause geben, bevor die mobilen Impfteams ab 4. Januar dort wieder unterwegs sind. Am Mittwoch traf dafür eine weitere Lieferung von 19 500 Dosen Impfstoff ein, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte. Die nächste Lieferung solle planmäßig am 11. Januar folgen.

Unterdessen wurde am Mittwoch die Verlegung der ersten Thüringer Corona-Patienten zur Behandlung in ein angrenzendes Bundesland vorbereitet. Acht Patienten aus dem Hufeland-Klinikum im Unstrut-Hainich-Kreis sollen nach Angaben von Gesundheitsministerium und Universitätsklinikum Jena noch vor dem Jahreswechsel nach Niedersachsen verlegt werden, wo sie in Schwerpunktkrankenhäusern bei Bedarf invasiv beatmet werden können. Grund ist die zunehmende Belastung der für die intensivmedizinische Behandlung von Covid-19-Patienten ausgerüsteten Schwerpunkthäuser in Thüringen.

Am Mittwochnachmittag wurden nach Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) 211 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen von Thüringer Kliniken behandelt. 107 mussten künstlich beatmet werden. Landesweit waren von Dienstag zum Mittwoch (0.00 Uhr) 1009 Neuinfektionen mit dem Sars-CoV2-Virus gemeldet worden. Die Gesamtzahl der infizierten Menschen seit Pandemiebeginn stieg nach Angaben der Staatskanzlei auf 40 653, die er Toten im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung um 50 auf 957.

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