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Gesundheit - Düsseldorf:Mit UV-Licht gegen Corona: Bahn verstärkt Hygiene-Maßnahmen

Corona
Hendrik Wüst (l,CDU), Verkehrsminister von NRW, geht im Hauptbahnhof eine Treppe hinauf.. Foto: Marcel Kusch/dpa (Foto: dpa)

Düsseldorf (dpa/lnw) - Keimfreie Handläufe durch UV-Licht und ein übergroßer "Hygiene-Tower" mit Waschbecken auf dem Bahnhofsvorplatz - in Corona-Zeiten legt sich die Bahn für Hygiene und Übertragungsschutz ins Zeug. "Wir arbeiten kräftig daran, das Vertrauen der Menschen auch in einer Pandemie aufrechtzuerhalten", sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) am Mittwoch im Düsseldorfer Hauptbahnhof.

Wüst und Vertreter der Bahn stellten unter anderem UV-Licht-Anlagen in den Rolltreppen vor, die Viren und Bakterien auf den Handläufen abtöten sollen. Noch seien allerdings nicht alle Rolltreppen mit der Technik ausgestattet.

Der Düsseldorfer Bahnhofsmanager Peter Grein versicherte, dass "25 Mitarbeiter des Reinigungsteams 24 Stunden, sieben Tage die Woche" im Dienste der Sauberkeit im Einsatz seien. Oft genutzte Kontaktflächen wie Fahrkarten-Automaten oder die Displays würden regelmäßig desinfiziert. Dennoch bleibe der Umgang mit der Pandemie eine "Aufgabe für alle", mahnte Grein. Eigenverantwortung und soziales Miteinander seien gefragt.

Dafür steht beispielsweise der "Hygiene-Tower" auf dem Düsseldorfer Bahnhofsvorplatz. Neben Hygiene-Hinweisen werben Folien-Aufschriften auf dem Metallgestell für den Kampf gegen die Pandemie und die nicht immer beliebten Mund-Nase-Bedeckungen - darunter sind beidseitig Waschbecken installiert.

Susanne fährt regelmäßig mit der Bahn. "Ich kann eigentlich nicht meckern", sagt sie. "Aber manche steigen ohne Maske ein, oder ziehen sie später ab." Hundertprozentig sicher fühle sie sich nicht.

"Natürlich haben viele Fahrgäste weiterhin ein mulmiges Gefühl", bestätigt der Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn NRW. Zwar gebe es keinen Hinweis darauf, dass Busse und Bahnen Hot-Spots von Infektionsübertragungen seien, dennoch sei eine regelmäßige Reinigung der Fahrzeuge "eine wichtige Maßnahme".

Im Schnitt würden die Bahnen drei Mal täglich gereinigt, erläutert der Vorsitzende der DB Regio NRW, Frederik Ley. "Wir haben mehr Kollegen reingeholt und setzen den Fokus bei der Reinigung auf Kontaktflächen." Bei Strecken mit vollen Bahnen kämen die Reinigungskräfte auch öfter zum Einsatz. Vor der Corona-Krise hätten sie in der Regel zwei Mal täglich die Bahnen sauber gemacht.

Mehmet Ali Polat arbeitet schon seit 23 Jahren als Reinigungskraft am Bahnhof. Derzeit macht er die sogenannten Wende-Reinigungen: Ein Zweier-Team steigt mit einem Mund-Nasen-Schutz und der Ausrüstung bei Ankunft der Bahnen ein und wischt sich Waggon für Waggon durch - bis die Bahn wieder wendet. "Angst, mich anzustecken, habe ich nicht, aber ich achte schon auf ausreichenden Schutz", erklärt der 42-Jährige. "Man weiß ja nie, wer ein- und aussteigt."

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