Gesundheit - Dresden:Kultusminister Piwarz warnt vor Cannabis-Legalisierung

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Deutschland
Sachsens Kultusminister Christian Piwarz gestikuliert während eines Interviews. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Dresden (dpa/sn) - Kultusminister Christian Piwarz hat sich strikt gegen die geplante Freigabe von Cannabis ausgesprochen. "Wir haben weiß Gott andere Probleme an Schulen, als mit der Legalisierung einer weiteren Droge einen zusätzlichen Handlungsdruck auf Schule auszulösen", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Aufklärungsarbeit und Drogenprävention nehme an den Schulen schon jetzt einen breiten Raum ein. "Mit der Legalisierung von Cannabis wird die Drogenprävention an Schulen ungleich schwerer", sagte er. Am Montag hatten bereits Experten der Uniklinik Dresden vor den Folgen einer Legalisierung gewarnt.

Cannabiskonsumenten würden immer jünger, sagte Piwarz. "Uns werden von Schulen vereinzelt Fälle gemeldet, da sind die Schüler gerade erst zwölf Jahre alt." Durch eine Freigabe von Cannabis würden die falschen Signale gesetzt und der Konsum werde verharmlost, sagte Piwarz. "Doch gerade im Jugendalter ist der Konsum von Marihuana oder Haschisch mit besonderen Risiken verbunden. Ein Gehirn, das sich im Aufbau befindet, kann langfristig geschädigt werden. Psychosen oder Depressionen können die Folgen sein."

Der Suchtexperte Veit Roessner hatte am Montag vor einer Freigabe von Cannabis gewarnt und argumentiert, dass besonders Kinder und Jugendliche gefährdet seien. Bis etwa zum 27. Lebensjahr könne Cannabis negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns haben, sagte der Chef der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Uniklinikum Dresden bei der Vorstellung einer neuen Therapie für junge Menschen mit Drogenproblemen.

Die Ampel-Koalition plant eine "kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften". Dadurch würden "die Qualität kontrolliert, die Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet", heißt es im Koalitionsvertrag.

© dpa-infocom, dpa:220208-99-32231/2

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