bedeckt München 26°

Gesundheit - Berlin:Nachfrage nach Astrazeneca: Ärzte können mehr bestellen

Berlin
Eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Berlin (dpa/bb) - In Berliner Praxen interessieren sich in der Pandemie auch jüngere Erwachsene für den Impfstoff Astrazeneca. Das teilte die Kassenärztliche Vereinigung am Donnerstag auf Anfrage mit. Berlin hatte die Priorisierung für dieses Vakzin vor einer Entscheidung auf Bundesebene am 22. April aufgehoben. Auch Menschen unter 60 können Astrazeneca seitdem nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz erhalten.

Durch den Wegfall der Priorisierung konnten Praxisärzte eine große Nachfrage nach diesem Impfstoff verzeichnen, heißt es bei der KV - auch bei Menschen unter 60. Anfangs habe jedoch nur wenig Astrazeneca-Impfstoff zur Verfügung gestanden. Das soll sich nun ändern. In der vergangenen Woche konnten niedergelassene Ärzte nach KV-Angaben maximal 50 Dosen Astrazeneca für ihre Praxis bestellen. Ab kommender Woche gebe es dabei keine Obergrenze mehr.

Bisher machen rund 2000 Berliner Praxen beim Impfen in der Pandemie mit. Nach dem KV-Impfbarometer sind dort rund 276 000 Menschen immunisiert worden - davon allerdings die große Mehrheit mit dem Vakzin des Herstellers Biontech.

Dafür bleibt es für Praxisärzte aber weiterhin bei einer maximalen Bestellmenge von 36 Dosen pro Woche, teilte die KV mit. Und es wird weiter nach Priorisierung geimpft. Die KV geht davon aus, dass aufgrund der geringen möglichen Bestellmenge die Wartezeiten für Biontech in den Praxen lang sind.

Impfwillige berichten dagegen, dass es für Astrazeneca relativ einfach war, einen zeitnahen Termin in einer Praxis zu bekommen. Dort hätten sowohl Jüngere als auch Ältere auf ihre Immunisierung mit diesem Vakzin gewartet - Männer wie Frauen. Vereinzelt gab es aber auch Kritik an der Beratung: So hätten Praxisärzte nicht von sich aus über das sehr seltene mögliche Risiko einer Hirnthrombose gesprochen.

Nach Einschätzung von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) kommt Berlin mit der Impfkampagne gut voran. Rund jeder Zehnte ist bereits vollständig geimpft. Damit liegt die Hauptstadt über dem Bundesschnitt von 8,6 Prozent. Bei den Erstimpfungen hinkt sie allerdings leicht hinterher. Auch wenn bereits rund eine Million Berliner immunisiert sind, entspricht das insgesamt 27,9 Prozent der Einwohner. Bundesweit liegt dieser Wert nach Angaben der Gesundheitsverwaltung bei 30,6 Prozent.

© dpa-infocom, dpa:210506-99-494671/3

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB