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Gesundheit - Berlin:FDP-Digitalexperte fordert 25 000 Laptops für Verwaltung

Berlin
Bernd Schlömer sitzt im Abgeordnetenhaus. Foto: picture alliance/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Berlin (dpa/bb) - Vieles lässt sich auch von zu Hause aus erledigen, wenn die Möglichkeiten zum Rausgehen eingeschränkt sind. Allerdings geht das Meiste nur mit der entsprechenden Technik. Die Berliner Verwaltung braucht deshalb nach Einschätzung des FDP-Digitalexperten Bernd Schlömer dringend 25 000 zusätzliche Laptops. Die Coronakrise habe gezeigt, dass die technische Ausstattung in den Behörden massiv veraltet sei, sagte der Berliner Abgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. Die digitale Infrastruktur müsse deshalb schnellstmöglich ausgebaut werden, etwa um das mobile Arbeiten im Home Office zu ermöglichen.

"Viele Verwaltungsmitarbeiter sitzen zu Hause und haben nicht mal ein Laptop", sagte Schlömer. Bislang sieht es mit der Ausstattung tatsächlich nicht gut aus, wie eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten an den Senat ergeben hat: Danach stehen den fast 100 000 Mitarbeitern der Verwaltung gerade einmal 11 500 mobile Rechner zur Verfügung.

Die Erfahrungen mit der Coronakrise seien aber auch eine Chance, die Digitalisierung voranzubringen, möglichst nicht mit kleineren Reparaturarbeiten hier und da. "Es fehlt an allem", sagte Schlömer. "Nötig ist ein digitaler Neubau."

Der FDP-Abgeordnete plädiert etwa für ein digitales Rathaus, das die bestehenden Bezirksämter ergänzen soll. Dort könnte alles online erledigt werden, für was die Berliner üblicherweise Termine im Rathaus brauchen - auch in Krisenzeiten wie aktuell. Aus Schlömers Sicht müssen die Zuständigkeiten für das Thema Digitalisierung außerdem zentral gebündelt werden. Jede Verwaltung arbeite dabei vor sich hin. "Es braucht eine zentrale Instanz und zentrale Vorgaben."

Auch mit Blick auf die Schulen ist es aus Sicht des Abgeordneten nötig, bei der Digitalisierung voranzukommen. Die Coronakrise habe gezeigt, wie wichtig es sei, dass Schülerinnen und Schüler mit Laptop und digitalen Lernmaterialien umgehen könnten. Nach seiner Einschätzung gibt es noch großen Bedarf an Weiterbildung für die Berliner Lehrkräfte. "Lehrer dürfen keine Angst vor digitalem Lernen haben", sagte Schlömer. Es fehle aber auch an digitalem Lernmaterialien.

Und auch mit Blick auf die Lernplattform, über die Schüler und Lehrer kommunizieren, Arbeitsmaterialien austauschen, Hausaufgaben bekommen, plädiert Schlömer für eine einheitliche Lösung. "Am besten eine, die Berlin und Brandenburg gemeinsam nutzen."

Mehr Mut zur Digitalisierung wünscht sich Schlömer nicht zuletzt fürs Abgeordnetenhaus: Zumindest bei Ausschusssitzungen müsse es künftig möglich sein, als Parlamentarier von zu Hause teilzunehmen - und idealerweise auch mit abstimmen zu können. "Dafür brauchen wir eine rechtssichere Lösung", sagte Schlömer. Aus seiner Sicht bietet sich hier die Chance, den Parlamentarismus in positiver Hinsicht weiterzuentwickeln.

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