Gesundheit:Ausgangssperre in Niedersachsen in der Grafschaft Bentheim

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Nordhorn/Hannover (dpa/lni) - Erstmals in Niedersachsen erlässt ein Kreis wegen der Corona-Pandemie eine nächtliche Ausgangssperre. In der Grafschaft Bentheim im Westen des Landes dürfen die rund 140 000 Einwohner von Mittwochabend an zwischen 21.00 und 5.00 Uhr ihre Häuser und Wohnungen nicht mehr verlassen, wie der Kreis mitteilte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Hannover ist es erstmal landesweit der Fall, dass eine Kommune in Niedersachsen zu so einem Schritt greift, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Die neue Regel in der Grafschaft Bentheim gilt vorerst bis Dienstag, 12. Januar. Ausgenommen wird Heiligabend, an diesem Tag beginnt die Ausgangssperre erst um 22.00 Uhr. Auch ausgenommen von der Ausgangssperre werden Wege, die aus beruflichen oder ärztlich notwendigen Gründen unvermeidbar sind. Auch Gassi gehen von Einzelpersonen mit dem Hund sei weiter möglich, hieß es.

Die Grafschaft Bentheim hatte am Montag mit einem Inzidenzwert von 210,7 den in Niedersachsen landesweit zweithöchsten Wert nach Gifhorn (215,3). Landrat Uwe Fietzek (CDU) sagte am Montag. "Wir haben seit Tagen steigende Fallzahlen und noch trauriger: Wir haben ebenfalls eine höhere Zahl an Todesfällen in unserem Landkreis."

An schärferen Maßnahmen führe bei einem Inzidenzwert von über 200 kein Weg vorbei. "Wir haben begrenzte Kapazitäten an Intensivplätzen und entsprechendem Pflegepersonal", sagte der Landrat. Eine solche Maßnahme sei bereits in zahlreichen Kreisen in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Bayern umgesetzt worden, betonte er.

Dem Landkreis gehe es vor allem um die Reduzierung von Kontakten, erläuterte ein Landkreissprecher. Im Kreis gebe es nicht den einen großen Hotspot, sondern ein diffuses Infektionsgeschehen. "Das heißt, wir haben immer noch zu viele Kontakte." Derzeit seien rund 1300 Menschen in der Grafschaft in Quarantäne, vor einigen Tagen waren es mehr als 1400. Zwar schaffe die Kreisverwaltung im Moment noch die Kontaktnachverfolgung, aber die Sorge bestehe, das irgendwann nicht mehr leisten zu können. Auch das schnelle Nehmen und Auswerten von Abstrichen bei Kontaktpersonen werde mit einer steigenden Zahl von Infizierten immer schwieriger.

Bis Mitte Januar werde die Kreisverwaltung die Situation beobachten und gegebenenfalls die Maßnahmen verschärfen. Mit Spannung sehe man auf die Folgen der anstehenden Weihnachtsfeiertage.

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