Gesunde Ernährung Das Essen begreifen

Dürfen Babys nach der Entwöhnung mit eigenen Fingern feste Kost zu sich nehmen, neigen sie später seltener zu Übergewicht und ungesunden Nahrungsvorlieben, als wenn sie gefüttert werden.

Von Christian Weber

Wenn Babys von der Brust der Mutter auf Beikost umsteigen, scheint die Art der Entwöhnung spätere Essgewohnheiten zu beeinflussen.

Es ist offenbar ein Vorteil, wenn Kinder Nahrungsmittel in die Finger kriegen.

(Foto: ogolne - Fotolia)

Dürfen die Kleinen mit eigenen Fingern feste Kost zu sich nehmen, neigen sie später seltener zu Übergewicht und ungesunden Nahrungsvorlieben, als wenn sie per Löffel mit Brei gefüttert werden. Das zumindest schließen Ellen Townsend und Nicola Pitchford aus einer kleinen Studie an 155 Kindern im Alter von 20 Monaten bis fünfeinhalb Jahren (BMJ Open, online).

Die Forscherinnen hatten mit Fragebögen ermittelt, wie die Eltern ihre Kinder entwöhnt hatten und wie heute deren Essvorlieben aussahen. Es ergab sich, dass die Finger-Gruppe kohlenhydratreiche Nahrung lieber mochte als die Löffel-Gruppe und weniger zu Übergewicht neigte. Dabei hatten die gefütterten Kinder ebenso Brei aus Obst und Gemüse, Proteinen und Kohlenhydraten erhalten.

Die Unterschiede blieben bestehen, wenn Einflussfaktoren wie Geburtsgewicht, Gewicht der Eltern und sozioökonomische Lage berücksichtigt wurden.

Die Autorinnen vermuten deshalb, dass die Art der Nahrungspräsentation entscheidet. Womöglich sei es wichtig, dass die Kinder ein Gefühl für die Textur von Lebensmitteln erfahren.