Geheime Diät-Fallen Große Teller - große Gewichtszunahme

Theoretisch sollte sich alles von allein regulieren: Ist der Magen gefüllt, sendet er das Signal "satt" aus und die Speisen verlieren ihren Reiz. Dass dies längst nicht immer funktioniert, zeigten Psychologen unter anderem mit ausgeklügelten Suppenschalen, die sich von unten immer wieder auffüllten, während die Versuchspersonen nichtsahnend löffelten. Die Probanden nahmen aus den wundersamen Schalen 76 Prozent mehr von der Suppe zu sich als eine Vergleichsgruppe - und waren sich dessen kaum bewusst. Die Wahrnehmung des Sattseins hängt also ganz wesentlich von optischen Signalen, wie dem geleerten Teller ab, schlussfolgerten die Forscher.

Dabei gilt: Ausladendes Geschirr verführt dazu, mehr aufzufüllen. In größere Schalen luden sich Versuchspersonen 31 Prozent mehr Eiscreme - ohne sich dessen bewusst zu werden. Die Konsequenz ist einfach: Auf kleinere Teller umsteigen.

Für Gläser gilt: Kleine breite Gefäße animieren dazu, mehr einzuschenken als hohe Kelche. Als Barkeeper breite und schmale Gläser mit der gleichen Menge füllen sollten, gossen sie 26 Prozent mehr in die weiten Tinkgefäße. Laien füllten die breiteren Gefäße sogar mit 88 Prozent mehr, ohne dies zu merken.

Mittagessen vor dem PC ist keine gute Idee

Wissenschaftler haben wiederholt beobachtet, dass Menschen, die bei den Mahlzeiten von PC oder Fernseher gefesselt sind, besonders viel essen.

Eine Studie der University of Bristol hat ergeben, dass der Ablenkungseffekt sogar längere Zeit anhält. Die Versuchspersonen sollten ein Mittagessen einnehmen, während sie am Computer Karten spielten. Eine halbe Stunde später durften sie Kekse von einem Buffet wählen. Dabei aßen die Computerspieler doppelt so viel Gebäck, wie eine Vergleichsgruppe, die das gleiche Mittagessen ohne Zerstreuung verzehrt hatte. Die PC-Spieler konnten sich auch nicht mehr so genau erinnern, was auf ihrem Lunch-Teller gewesen war, fanden aber, dass sie nicht sehr satt geworden waren. Die Kontrollgruppe fühlte sich dagegen gut gesättigt.

Mit der Größe der Tischgesellschaft steigt der Konsum

Mit der Anzahl der Menschen am Tisch steigt auch die Menge, die der Einzelne zu sich nimmt. Wer mit einem vertrauten Menschen am Tisch sitzt, verzehrt Studien zufolge etwa 33 Prozent mehr, als wenn er allein isst. Sind sieben oder mehr Gäste da, steigt die verzehrte Menge um über 90 Prozent. Verantwortlich ist insbesondere der Zeitfaktor: In großer Runde sitzt man länger beisammen und konsumiert damit auch mehr. Da wird schnell noch ein Nachschlag genommen, zum Dessert gegriffen oder der eine oder Drink geschlürft.

Ähnlichen Einfluss hat auch die Atmosphäre: Sanftes Licht und langsame Musik verlängern das gemeinsame Mahl.

Unwiderstehlich wirkt Studien zufolge auch die Vielfalt in der Essensauswahl. Als Wissenschaftler Schokolinsen in zehn Farben anboten, aßen die Probanden 43 Prozent mehr, als aus einer Schüssel, die nur Linsen in sieben Farben enthielten.

Damit bleibt Abnehmwilligen nur diese Konsequenz: Sie sollten üppige Buffets und Essen in großen Runden meiden oder strenge Disziplin walten lassen.