Gefährliche Krankheitserreger:Cholera: Nur Stunden zwischen Ansteckung und Sterben

Lesezeit: 4 min

A Haitian girl receives an intravenous drip at a cholera treatment center in Port-au-Prince

Dieses haitianische Kind erhält eine Behandlung gegen die Cholera. Mit Flüssigkeits- und Elektrolytgaben lassen sich viele Todesfälle vermeiden.

(Foto: REUTERS)

"Von allen Seuchen flößt uns die Cholera vielleicht am meisten Furcht ein: Sie verbreitet sich so schnell, dass ein bei Tagesanbruch noch kerngesunder Mensch vor der hereinbrechenden Abenddämmerung bereits unter der Erde liegen kann." So ist es in einem Lehrbuch zur Tropenmedizin aus dem Jahr 1939 zu lesen. Bis heute hat die Cholera in Teilen der Erde nichts von ihrem Schrecken eingebüßt.

Die Taktik des Erregers heißt Überrumpelung. Schon zwei Stunden, nachdem ein Mensch sich über kontaminiertes Wasser angesteckt hat, können die Symptome einsetzen: in erster Linie extremer Durchfall. Innerhalb von 24 Stunden kann ein Kranker eine Flüssigkeitsmenge ausscheiden, die der Hälfte seines Körpergewichts entspricht. Diese Ausscheidungen sind wiederum hochinfektiös, sodass sich der Erreger innerhalb von Familien explosionsartig verbreiten kann. Die Krankheit schlägt so schnell zu, dass Hilfen wie Flüssigkeits- und Elektrolytgaben oder vorbeugende Hygienemaßnahmen oft zu spät kommen: Mehr als 100 000 Menschen sterben nach WHO-Angaben jedes Jahr an der Cholera.

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