Formen der Depression Die verschiedenen Gesichter der Depression

Bipolare Störung, unipolare Depression, Winterdepression: Ein Überblick über die verschiedenen Arten der Depression.

Von Katrin Neubauer

Die unipolare Depression, auch Major Depression genannt, ist die häufigste Form der Depression. Typisch sind Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit, Antriebslosigkeit, Verlangsamung, Schuldgefühle, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen. Die Krankheit schleicht sich meist über Wochen ein und tritt öfter in so genannten Episoden auf. (Mehr zu den Symptomen lesen Sie hier)

Bei der bipolaren Depression, auch manisch-depressive Erkrankung genannt, erleben Betroffene extreme Schwankungen zwischen Niedergeschlagenheit und Euphorie. Dazwischen kann es aber auch Phasen einer ausgeglichenen Stimmung geben. In den manischen Episoden empfinden Patienten ein intensives Hochgefühl, übersteigerte gute Laune und eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Außerdem haben sie nur ein geringes Schlaf- und Erholungsbedürfnis. Von einer bipolaren Störung spricht man, wenn eine Episode mindestens 14 Tage andauert. Zwischen den einzelnen Krankheitsphasen können Patienten im Durchschnitt zwei, drei Jahre beschwerdefrei sein. Bei vielen Betroffenen treten die ersten Symptome zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf, manchmal aber auch schon im Jugendalter. Etwa zwei bis sechs Prozent der Bevölkerung sind mindestens einmal im Leben von dieser Störung betroffen. Behandelt werden kann die Erkrankung je nach Schweregrad mit Medikamenten, Psychotherapie, Schlafentzug oder Elektrokrampftherapie

Eine Dysthymie oder chronische Depression liegt vor, wenn die Symptome mindestens zwei Jahre andauern (bei Kindern- und Jugendlichen ein Jahr). Betroffene haben wenig Energie und Antrieb, ein geringes Selbstbewusstsein und eine geringe Kapazität für Freude im täglichen Leben. Die Ausprägung der Symptome ist nicht so stark wie bei einer Depression, dafür sind die Krankheitszeichen stetig vorhanden. Betroffene sehen ihre Schwermütigkeit meist als Teil ihrer Persönlichkeit statt als Erkrankung, weshalb es oft Jahre bis zu einer Diagnose dauert. Häufig tritt die Dysthymie zusammen mit anderen Störungen auf, wie akuten Depressionen (bis zu 75 Prozent), Angststörungen (bis zu 50 Prozent), Persönlichkeitsstörungen (bis zu 40 Prozent), Alkohol- und Drogenmissbrauch (bis zu 50 Prozent). Das Lebenszeitrisiko, an einer Dysthymie zu erkranken, beträgt etwa vier Prozent.

Die Winterdepression oder saisonal-affektive Störung kann sich - wie der Name schon sagt - während der dunklen Jahreszeit einschleichen. Neben den Anzeichen der unipolaren Depression kommen für die Depression untypische Symptome hinzu, wie sehr langes Schlafen, Heißhunger auf Süßigkeiten und Gewichtszunahme. Mildern lassen sich die Symptome häufig durch Lichttherapie.

Eine Wochenbettdepression, auch postnatale oder postpartale Depression genannt, tritt im ersten Jahr nach einer Entbindung auf. Die Symptome gleichen denen der unipolaren Depression, hinzu kommen jedoch starke Angst und Sorge um das Kind sowie unrealistische Selbstzweifel an den eigenen elterlichen Fähigkeiten. Etwa sechs Prozent aller Frauen sind betroffen. (Mehr dazu lesen Sie hier).

(Quellen: Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen, Universitätsklinikum Heidelberg, Leitlinien Depression, Deutsches Bündnis gegen Depression)