bedeckt München 15°

Erste-Hilfe-App bei Vergiftungen:Wenn das Baby die Pille schluckt

Das Kind lutscht ausgiebig am Filzstift oder schiebt sich Omas Diabetesmittel in den Mund. Was ist harmlos, was gefährlich? Bei der Unterscheidung hilft eine neue App des Verbraucherministeriums. Ein Test.

Große Neugierde kann für Kinder fatal sein. Wenn sie die eindrucksvolle Blüte der Engelstrompete kosten, wenn sie probieren, was die bunte Flasche im Badezimmer beinhaltet oder den Arzneischrank durchstöbern, drohen schwerwiegende Vergiftungen. Was ist zu tun? Erbrechen auslösen? Notarzt rufen? Und wie lautet die Nummer des Giftnotrufs?

Eine neue App des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und des Bundesverbraucherschutzministeriums soll Eltern und Betreuern die Erste Hilfe in solchen Fällen erleichtern. Ressortchefin Ise Aigner führte die Handyanwendung vor, die von Abbeizer bis Zuckertabletten, also Diabetesmedikamenten, all das auflistet, was Kleinkinder gerne verschlucken - und Anweisungen gibt, was in jedem dieser Fälle zu tun ist.

Brauchen nun alle Eltern diese App? Das dürfte von der Situation abhängen. Findet eine Mutter ihr bewusstloses Kind neben der Flasche mit Codein-haltigen Hustentropfen, braucht sie das Smartphone nicht zum Herumscrollen durch die langen Listen, sondern zum telefonieren. Sie muss den Notruf wählen, das Kind in die stabile Seitenlage bringen und seine Lebenszeichen überwachen.

Erste Hilfe Ab in die stabile Seitenlage Video
Erste Hilfe bei Ohnmacht

Ab in die stabile Seitenlage

Schrecksekunde für alle Beteiligten: Ein Mensch in Ihrer Umgebung wird plötzlich bewusstlos. Wie reagieren Sie richtig? Welche Erste-Hilfe-Maßnahme ist notwendig? Eine Video-Anleitung.