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Ernährung von Kindern:Hartnäckigkeit bei Tisch

Artischocken-Püree? Damit lockt man kein Kind aus der Pommes-Bude. Jetzt haben Psychologen eine weitere Strategie ersonnen, wie man dem Nachwuchs das Gemüse schmackhaft macht.

Artischocken gehören gemeinhin nicht zu den Lieblingsspeisen von Kindern. Trotzdem kann man sie ihnen auftischen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Unter Kindern gilt der Vorschlag, ein grau-grünes Artischocken-Püree als Nahrung zu betrachten, wohl eher als unethischer Menschenversuch. Dennoch gebe es eine einfache Methode, wie man den Nachwuchs zum Verzehr dieser Korbblütler und anderer Gemüsesorten bringen kann, behauptet jetzt ein Forscherteam um die Psychologin Marion Hetherington von der University of Leeds: früh anfangen und penetrant bleiben (PLoS One, online).

Das schließen die Wissenschaftler aus einer Studie an 332 Kindern aus Großbritannien, Frankreich und Dänemark im Alter von vier bis 38 Monaten. Während des Experiments bekamen die Studienteilnehmer mehrmals mindestens 100 Gramm Brei serviert. Dabei ließen sich mit der Zeit insgesamt 61 Prozent der Kinder von der Speise überzeugen, 23 Prozent probierten es zumindest manchmal, nur 16 Prozent weigerten sich beharrlich.

Bei ihnen handelte es sich vor allem um ältere Vorschulkinder. Die Folgerung: "Wenn Sie Ihre Kinder dazu bringen wollen, Gemüse zu essen, müssen sie früh beginnen und die Versuche wiederholen", sagt Hetherington. "Sogar wenn Ihr Kind heikel ist und kein Gemüse mag, unsere Studie zeigt: Nach fünf bis zehn Versuchen klappt es." Ideal sei es, vor Ende des zweiten Lebensjahres mit Fütterungsversuchen zu starten. Keinen Nutzen bringe es hingen, Gemüsegerichte beispielsweise mit Zucker zu versetzen.

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