Erfurt (dpa/th) - Spielplätze, Möbelhäuser und Kosmetikstudios: In Thüringen sollen ab Montag weitere Anti-Corona-Maßnahmen gelockert werden und alle Geschäfte wieder öffnen dürfen. Darauf hat sich das Kabinett am Donnerstag nach einer Telefonschalte der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verständigt. Ramelow machte deutlich, dass es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Risikoeinschätzungen gebe. Bayern und Baden-Württemberg hätten beispielsweise deutlich höhere Infektionsraten als Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt oder Thüringen. „Das kann uns trotzdem nicht beruhigen“, sagte Ramelow.
Am 6. Mai wolle man sich erneut mit der Kanzlerin und den Länderchefs beraten. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte, dass er sich eng mit Ramelow und dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) abstimmen wolle, damit sich die Regelungen in den drei eng miteinander verbundenen Ländern nicht zu sehr unterscheiden.
In Thüringen soll bereits am Wochenende eine neue Verordnung auf den Weg gebracht werden. Dafür gab das Kabinett noch am Donnerstag grünes Licht. Ein Überblick:
GESCHÄFTE
Bisher mussten Geschäfte ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter begrenzen. Diese Beschränkung soll nun ab Montag wegfallen, wie die Staatskanzlei mitteilte.
SPIELPLÄTZE
„Wir wollen auf den lokalen Ebenen Möglichkeiten einräumen, dass Spielplätze von Familien mit Kindern wieder besucht werden können“, sagte Ramelow nach den Verhandlungen der Ministerpräsidenten mit Merkel. Der Linke-Politiker betonte, man wolle vermeiden, dass es zum Beispiel auf Spielplätzen zu großen Ansammlungen komme.
SPORT
Die Thüringer sollen ab Montag wieder Individualsport im Freien treiben dürfen. Als Beispiele für mögliche Sportarten nannte Ramelow Rudern, Segeln, Tennis, Leichtathletik, Reiten und „Sportarten, wo Menschen nicht zu dicht aufeinander kommen“. Zugleich betonte er, dass sich die Sporttreibenden später nicht in Gemeinschaftsräumen oder in Sanitäranlagen begegnen sollen.
FAHRSCHULEN
Wer einen Führerschein für Mopeds, Motorräder oder Quads machen will, kann ab Montag in Fahrschulen unter Auflagen wieder Unterricht nehmen - sowohl für den theoretischen als auch für den praktischen Teil.
FUßPFLEGE, KOSMETIK- UND NAGELSTUDIOS
Diese sogenannten körpernahen Dienstleistungen sollen ab Montag wieder möglich sein - allerdings unter strengen Schutzmaßnahmen. Vor allem Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte in der Vergangenheit darauf gedrängt, dieser Branche eine Perspektive aufzuzeigen, wieder bald die Geschäfte öffnen zu können.
MUSIK- UND JUGENDKUNSTSCHULEN
An diesen Schulen soll ab Montag Einzelunterricht und das Lernen in kleinen Gruppen erlaubt sein. Auch hier sollen aber strenge Hygienevorschriften gelten.
