Erfurt (dpa/th) - In 79 Orten in Thüringen ersetzen Sammelbriefkästen für Arztrezepte die fehlende Apotheke. In abgelegenen Regionen würden so Versorgungslücken für auf Medikamente angewiesene Menschen geschlossen, sagte der Geschäftsführer der Landesapothekerkammer, Danny Neidel, der Deutschen Presse-Agentur. Nach Kammerangaben ist in den vergangenen Jahren in zehn Thüringer Kommunen die einzige Apotheke am Ort geschlossen worden, unter anderem in Ziegenrück, Großfahner und Kirchheilingen.
Die Sammelbriefkästen werden von Apotheken größerer Orte betreut. Deren Angestellte leeren die Briefkästen täglich, prüfen die Rezepte und liefern die Arzneien in der Regel noch am selben Tag direkt bei den Patienten ab. Neidel schätzt, dass die Medikamente so schneller zu ihrem Empfänger kämen als über Online-Apotheken.