Epidemie in Westafrika Senegal schließt wegen Ebola Grenzen zu Guinea

Mindestens 1350 Tote und die Opferzahlen steigen weiter. Wegen der sich ausbreitenden Ebola-Epidemie schottet sich der Senegal nun zum betroffenen Nachbarland Guinea hin ab. Auch Südafrika verhängt Einreiseverbote.

  • Der Senegal macht seine Grenzen dicht: Aus dem benachbarten Guinea, wo das Ebola-Virus wütet, dürfen keine Menschen mehr einreisen.
  • Südafrika lässt niemanden aus den betroffenen Ländern Guinea, Liberia, Sierra Leone oder Nigeria einreisen.
  • Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge starben bislang mehr als 1300 Menschen.

Senegal schottet sich gegen Ebola ab

Der Senegal hat wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika seine Grenzen zum stark betroffenen Nachbarstaat Guinea erneut geschlossen. Das teilte das Innenministerium nach Angaben der senegalesischen Nachrichtenagentur APS mit. Von der Maßnahme seien auch Flugzeuge und Schiffe betroffen, die aus Guinea, Sierra Leone und Liberia kämen.

Seine im Süden und Südosten gelegenen Grenzposten zu Guinea hatte der Senegal bereits vom 30. März bis zum 6. Mai geschlossen. Sie waren aber wegen einer Entspannung der Lage wieder geöffnet worden. Seinerzeit waren durch die Epidemie in Guinea etwa hundert und in Liberia etwa ein Dutzend Menschen ums Leben gekommen.

Südafrika kontrolliert Reisende

Südafrika verhängte ein Einreiseverbot für Reisende, die aus den Ländern mit Ebola kommen. Südafrikanische Staatsbürger, die sich in Guinea, Liberia, Sierra Leone oder Nigeria aufgehalten hätten, würden befragt und bei Bedarf untersucht, sagte Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi einem Bericht der Nachrichtenagentur Press Agency zufolge.

Wegen der Schließung von Grenzen in Westafrika und anderer Quarantänemaßnahmen sei der Handel vielerorts zum Erliegen gekommen, sagte die Koordinatorin der Welthungerhilfe in Liberia, Asja Hanano.

Mehr als 1300 Ebola-Opfer in Westafrika

Nach WHO-Angaben stieg die Zahl der Todesfälle in Westafrika auf mindestens 1350, davon 576 in Liberia, 396 in Guinea und 374 in Sierra Leone. In den vergangenen Wochen war die Opferzahl schnell angestiegen. Allein am 17. und 18. August seien aus Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone 221 bestätigte und Verdachtsfälle sowie 106 weitere Ebola-Tote gemeldet worden.

Die WHO geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Krankheit besonders heftig in Liberia wütet: Dort wurden bis vorigen Montag 972 der insgesamt 2473 bestätigten oder verdächtigen Fälle registriert.

Das Ebola-Virus tauchte zu Jahresbeginn in Guinea, im Grenzgebiet zwischen Sierra Leone und Liberia, auf. Es verbreitete sich rasch in den beiden Nachbarstaaten und erreichte schließlich Nigeria, den bevölkerungsreichsten Staat Afrikas.