Epidemie in Westafrika Rückschlag und Glück

Dennoch bekam Nigerias Regierung den Ausbruch in Lagos in den Griff. Das Gesundheitssystem ist besser ausgestattet als das in Guinea, Liberia und Sierra Leone, wo die Epidemie außer Kontrolle scheint. Es gibt gut ausgebildete Ärzte und funktionierende Diagnosemöglichkeiten; eine moderne Isolierstation konnte verhältnismäßig rasch errichtet werden. Kliniken verfügen über Klimaanlagen, so dass die dicke Schutzkleidung nicht so unerträglich ist wie unter der Sonne der am heftigsten betroffenen Länder. Die Behörden untersuchten fast 900 Kontaktpersonen der Erkrankten, mehr als 18 000 Menschen wurden routinemäßig überprüft. Die Grenzen wurden streng kontrolliert, Schulen blieben geschlossen. Das alles zahlte sich aus: Seit 18. August gab es in der Metropole keine neuen Fälle mehr.

Und doch musste das Land zunächst einen herben Rückschlag hinnehmen. Ein Infizierter floh aus der Quarantäne in Lagos in die Hafenstadt Port Hartcourt. Ein Arzt behandelte ihn in einem Hotel. Anders als in Lagos funktionierte die Infektionskontrolle hier weniger gut, bilanziert die CDC. Die Stadt hatte wohl einfach Glück: Obwohl der Mediziner zahlreiche Kontakte zu anderen Menschen hatte - unter anderem nahm er an einer Feier zur Geburt eines Babys teil -, infizierte er nur drei weitere Menschen. Seit 31. August wurden in der Stadt keine neuen Ebola-Infektionen registriert.

Das ist ein gutes Zeichen, denn wer an Ebola erkrankt, zeigt spätestens nach 21 Tagen Symptome. Da aber Infizierte der Überwachung entgehen können, erklärt die WHO ein Land erst dann für Ebola-frei, wenn diese Inkubationszeit zweimal verstrichen ist.

Somit gibt es auch noch keine offizielle Entwarnung für den Senegal, obwohl die Infektionskontrolle hier optimal verlief. Am 29. August schleppte ein Reisender die Krankheit ein. Er blieb bis heute der einzige Patient. Eine weitere gute Nachricht kommt aus dem Land: Der Kranke hat sich wieder vollständig erholt.

Ebola

Chronik eines beispiellosen Ausbruchs