EbolaPolizeieskorte bringt infizierten US-Bürger in Berliner Charité

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Der Konvoi aus Polizei, Feuerwehrautos und Krankenwagen kommt am Campus der Charité in Berlin an.
Der Konvoi aus Polizei, Feuerwehrautos und Krankenwagen kommt am Campus der Charité in Berlin an. Christophe Gateau/dpa
  • Ein mit Ebola infizierter US-amerikanischer Arzt wurde zur Behandlung in die Berliner Charité gebracht, nachdem er sich im Kongo angesteckt hatte.
  • Die Zahlen steigen: Bei dem aktuellen Ebola-Ausbruch im Kongo und Uganda gibt es laut WHO inzwischen 528 Verdachtsfälle und 132 vermutete Todesfälle.
  • Die WHO hat wegen des Ausbruchs der seltenen Bundibugyo-Variante den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Gegen das Virus gibt es bisher keinen Impfstoff.
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Die Zahl der Erkrankten nach dem Ebola-Ausbruch in Kongo steigt. Ein dort mit dem Virus infizierter US-amerikanischer Arzt wird nun in einer Spezialstation in Berlin behandelt.

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Ein mit dem Ebolavirus infizierter US-Amerikaner ist zur Behandlung in die Berliner Charité gebracht worden. Der Patient wurde in der Sonderisolierstation des Universitätsklinikums aufgenommen, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Er hatte sich in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus angesteckt, das sich dort stark ausbreitet.

Amerikanischen Medien zufolge soll es sich bei dem Infizierten um einen Arzt handeln. Eine christliche Missionsorganisation teilte mit, dass sich der US-Mediziner beim Behandeln in einem Krankenhaus in Kongo infiziert habe.

Isolierstation mit besonderem Schutz

Die US-Behörden hatten die Bundesregierung auch wegen der kürzeren Flugzeit nach Deutschland um Hilfe gebeten. Der Transport nach Berlin sollte von Uganda aus mit einem Spezialflugzeug für hochinfektiöse Patienten organisiert werden, wie das Gesundheitsministerium erläuterte. Zur Charité erfolgte der Transport mit einem speziell ausgestatteten Fahrzeug. Eskortiert wurde es von zahlreichen Motorrädern und Autos der Polizei sowie Feuerwehren und Krankenwagen. Kurz vor drei Uhr erreichte das Spezialfahrzeug in der Nacht auf Mittwoch das Krankenhaus.

Die Sonderisolierstation auf dem Campus Virchow-Klinikum verfügt über eine spezialisierte Infrastruktur zur Versorgung von Patienten mit hochansteckenden lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten, wie es zur Erläuterung hieß. Sie ist eine geschlossene und geschützte Einheit getrennt vom regulären Klinikbetrieb, sodass kein Kontakt zu anderen Patientinnen und Patienten entstehen kann.

Die Zahl der Erkrankten und Verdachtsfälle in Kongo steigt

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es bei dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda inzwischen 600 Verdachtsfälle und 139 vermutete Todesfälle aufgrund des Virus. Die Ausbreitungsgefahr in Afrika gilt als hoch. Die WHO hat einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Die Organisation befürchtet eine wesentlich höhere Dunkelziffer, da vermutet wird, dass viele Fälle nicht gemeldet werden. Der Großteil der Erkrankungen wurde im zentralafrikanischen Kongo gemeldet, wo der Ausbruch mutmaßlich in der dritten Aprilwoche begann. Angesichts steigender Fallzahlen äußerte sich Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), besorgt über die Geschwindigkeit und das Ausmaß des Ebola-Ausbruchs.

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Der Ebola-Ausbruch begann laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC in der nordöstlichen Provinz Ituri, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Es handelt sich um den insgesamt 17. Ebola-Ausbruch in Kongo seit 1976, diesmal allerdings mit der seltenen Bundibugyo-Variante, für die es keinen Impfstoff gibt. Die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region gilt als hoch. Das Risiko für eine großflächige Ausbreitung in Europa schätzen Experten dagegen als gering ein.

Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Die Sterblichkeitsrate liegt bei bis ‌zu 40 Prozent. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch der Zaire-Variante in Westafrika mehr als 11 000 Menschen gestorben. Ruanda hat inzwischen seine Grenzen zu Kongo geschlossen, um ein Übergreifen des Virus zu verhindern. Die Bekämpfung der Seuche wird unter anderem durch die Angriffe von regierungsfeindlichen Milizen ⁠im Osten der Demokratischen Republik Kongo erschwert.

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