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Gesundheit:West-Nil-Virus hat in Deutschland überwintert

Erster West-Nil-Fall 2019 bei Schneeeule in Wittenberg

West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop

(Foto: dpa)
  • In Südeuropa kursiert der Erreger bereits länger.
  • Im vergangenen Jahr starben mehr als 70 Menschen an den Folgen. Zumeist verläuft eine Infektion jedoch harmlos.
  • Vermutlich profitierten die Viren vom milden Winter.

Das 2018 erstmals bei Tieren in Deutschland aufgetretene West-Nil-Fieber verbreitet sich nach dem milden Winter offenbar weiter. Bei einer verendeten Schneeeule im Tierpark Wittenberg in Sachsen-Anhalt ist das Virus, das die Krankheit auslöst, nachgewiesen worden. Es handele sich um den ersten Nachweis in diesem Jahr, teilte das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt am Dienstag mit.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigte den Nachweis. Es sei davon auszugehen, dass das Virus in Deutschland überwintert habe, hieß es in einer Mitteilung. Im vergangenen Jahr war das West-Nil-Virus zum ersten Mal in Deutschland aufgetreten. Das FLI registrierte es insgesamt bei 12 Vögeln und zwei Pferden.

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Der ursprünglich aus den Tropen stammende Erreger wird von manchen Stechmücken-Arten verbreitet. Eulen-, Greif- und Rabenvögel sind die wichtigsten Wirte des Virus, das auch Pferde oder den Menschen krank machen kann. In Deutschland wurde aber bislang noch kein Fall gemeldet, bei dem sich ein Mensch durch eine Mücke angesteckt hat.

Beim Menschen verlaufen nach Angaben des FLI 80 Prozent der Fälle ohne Krankheitssymptome. Bei etwa 20 Prozent der Infizierten zeigten sich leichte Symptome wie Fieber. In weniger als ein Prozent der Fälle könne ein schwerer Krankheitsverlauf mit hohem Fieber auftreten.

Das FLI kündigte an, die Entwicklung nach dem Auftreten des Virus in Wittenberg genau zu beobachten. Wissenschaftler hatten bereits damit gerechnet, dass sich das West-Nil-Virus nach dem milden Winter in Deutschland weiter verbreitet. "Die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus in diesem Winter in Stechmücken überlebt hat, ist sehr groß", hatte die Virologin Ute Ziegler vom Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems bereits im April gesagt.

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