Süddeutsche Zeitung

Deutschland:Neuer Parasit in Stechmücken entdeckt

In Südeuropa kommen Infektionen mit Larven des sogenannten Hundehautwurms häufig vor. Hamburger Forscher haben den Erregern nun zum ersten Mal in heimischen Stechmücken gefunden. Er kann auch Menschen infizieren.

Erstmals in Deutschland wurden in Stechmücken Larven des Hundehautwurms nachgewiesen. Sie leben vor allem in Hunden, außerdem in Mardern und Füchsen. Die Larven können aber - sozusagen versehentlich - auch den Menschen infizieren und dort Beschwerden hervorrufen, die in vielen Fällen eher harmlos sind.

Bislang seien keine in Deutschland erworbenen Infektionen beim Menschen bekannt, berichten Forscher des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts (BNI) für Tropenmedizin. Sie entdeckten die Parasitenlarven in drei Stechmückenarten aus Brandenburg im Rahmen ihres deutschlandweiten Mücken-Monitorings.

Das Hamburger Institut registrierte in den vergangenen Jahren etwa 30 Infektionen mit dem sogenannten Hundehautwurm beim Menschen. "Alle Fälle standen im Zusammenhang mit Auslandsreisen", sagt Egbert Tannich, Leiter der Abteilung für Molekulare Parasitologie am BNI.

In Hunden hingegen wurden in Deutschland bereits einige Infektionen mit dem Parasiten namens Dirofilaria repens gemeldet. "Offenbar ermöglichen Klimaveränderung und insbesondere die vereinfachte Einfuhr infizierter Hunde aus Südeuropa die Etablierung der Infektion auch in Zentraleuropa", sagt Tannich.

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Quelle:
SZ vom 10.07.2013/kabl/beu
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