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Infektionsforschung:Fortschritt  gegen Dengue 

Infizierte Mücken werden in die Natur entlassen.

(Foto: Silvia Izquierdo/AP)

Forscher haben Mücken mit einem Bakterium infiziert. Daraufhin übertrugen sie die Dengue-Viren seltener. Das könnte bei der Bekämpfung der Krankheit helfen, die sich immer weiter ausbreitet.

Im Kampf gegen das Dengue-Fieber melden Wissenschaftler einen Erfolg. Indem sie Überträgermücken in Feldversuchen mit dem Bakterium Wolbachia infizierten und freisetzten, konnten sie die Zahl der an Dengue erkrankten Menschen beträchtlich reduzieren. In einer indonesischen Region mit 65 000 Einwohnern verringerte die Methode die Erkrankungszahlen um 76 Prozent, teilten Forscher auf dem Kongress der Amerikanischen Gesellschaft für Tropenmedizin mit. Bei ähnlichen Versuchen in Brasilien nahmen die Fiebererkrankungen um 70 Prozent ab.

Bereits vor einem Jahr berichteten australische Forscher über einen 96-prozentigen Rückgang der Dengue-Infektionen in Queensland, nachdem die Mücken mit dem Wolbachia-Bakterium infiziert worden waren. Die auch in der Natur verbreitete Mikrobe bewirkt, dass sich das Dengue-Virus nicht mehr in den Insekten vermehren und auf den Menschen übergehen kann.

Neue Waffen gegen die Tropenkrankheit werden dringend benötigt. Mittel- und Südamerika erleben seit Jahresbeginn die schwerste Dengue-Epidemie ihrer Geschichte. 2,7 Millionen Menschen erkrankten dort, mehr als 1200 von ihnen starben. Die Krankheit kann symptomlos verlaufen; in leichteren Fällen löst sie grippeähnliche Symptome aus. Sie kann aber auch mit Blutungen, starkem Blutdruckabfall und Schock einhergehen. Weltweit haben Dengue-Erkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zugenommen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO infizieren sich jährlich 390 Millionen Menschen. Mittlerweile lebt die Hälfte der Weltbevölkerung mit dem Risiko, an dem Fieber zu erkranken.

Hauptüberträger sind Stechmücken vom Typ Aedes aegypti, die zugleich Krankheiten wie Gelbfieber, Zika und Chikungunya weitergeben. Offenbar verhindern die Wolbachia-Bakterien in Mücken auch die Übertragung von Chikungunya-Erregern, wie ebenfalls auf dem Kongress berichtet wurde. In Brasilien nahm die Häufigkeit dieser Erkrankung nach der Mückenbehandlung um 75 Prozent ab.

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