Covid-19:Die Seuche der Anderen

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Donald Trump spricht über das Coronavirus

Donald Trump will die Zahlungen an die WHO einstellen.

(Foto: AP)

Covid-19 löst Reflexe von verheerender Rückständigkeit aus: Schuldzuweisungen, Ausgrenzung, Hass. Wer wie Trump in solche alten Muster verfällt, riskiert Folgen, die schlimmer sind als die Erkrankung.

Kommentar von Berit Uhlmann

Als die Syphilis Ende des 15. Jahrhunderts durch Europa zog, sprachen die Franzosen von der "Italienischen Krankheit", den Italienern wiederum galt sie als "Morbus Gallicus". Aids wurde zu Beginn der 1980er-Jahre GRID genannt - Gay Related Immune Disorder, auf Deutsch: schwulen-assoziierte Immunstörung. Manche sprachen gleich von der "Schwulenseuche". Die Grippe-Pandemie von 1918/19 ist für immer mit Spaniens Namen verbunden, dabei begann sie gar nicht in dem südeuropäischem Staat. Im angelsächsischen Sprachraum heißen die Röteln bis heute auch German measles, deutsche Masern. Die Liste ließe sich lange fortsetzen.

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