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Coronavirus:Immunität hält fast ein halbes Jahr

Corona-Impfstoff: Spritze mit einem Teststoff

Wie lange hält der Schutz, wenn denn eine Impfung verfügbar ist? Impfstoff-Test an der Uniklinik Tübingen.

(Foto: Christoph Schmidt/dpa)

Wer an Covid-19 erkrankt, entwickelt eine Immunität. Forscher zeigen jetzt, dass sie mehrere Monate anhält. Für die Pandemiebekämpfung ist das eine gute Nachricht.

Von Kathrin Zinkant

Nach überstandener Covid-19-Erkrankung sind Patienten offenbar bis zu fünf Monate vor einer erneuten Infektion geschützt. Das gilt selbst dann, wenn die Erkrankung nur mild bis mittelschwer verlaufen ist, wie US-Virologen nun berichten. Sie liefern damit neue Daten zu der Frage, ob und wie stark die Schutzwirkung nach einer durchgemachten Infektion mit Sars-CoV-2 ist.

Wie die Wissenschaftler in Science berichten, wurden für die Studie mehr als 30 000 Covid-19-Patienten untersucht. Im Blut dieser Patienten ließen sich zunächst Antikörper gegen das Sars-CoV-2-Virus nachweisen. Solche Eiweiße bildet das menschliche Immunsystem, um Erreger zu bekämpfen und im Fall einer erneuten Infektion unmittelbar abfangen zu können. Doch nicht alle Antikörper sind zu dieser Abfangleistung in der Lage.

Die Forscher testeten deshalb bei einem kleinen Teil ihrer Probanden, ob in deren Blut sogenannte neutralisierende Antikörper vorlagen - also jene Immunmoleküle, die das Virus auch tatsächlich ausschalten können. Ab einer konkreten Menge von Antikörpern, die Fachleute als "Titer" bezeichnen, konnte eine Neutralisation des Virus in allen Proben gezeigt werden. Da die meisten der untersuchten Patienten nach ihrer Infektion einen solchen hohen Titer hatten, welcher auch erst zum Ende der Beobachtungszeit zu sinken begann, schließen die Wissenschaftler auf eine Immunantwort, die in den meisten Fällen fünf Monate oder länger vor einer erneuten Infektion schützt.

Die neue Erkenntnis ist vor allem im Zusammenhang mit der Entwicklung von Impfstoffen interessant. So hatten Immunologen in einem Pressebriefing des deutschen Science Media Center am Mittwoch erklärt, dass die schützende Immunität nach einer natürlichen Infektion mit Sars-CoV-2 eher schwach ausfalle - weil das Virus als Eintrittspforte den Nasen-Rachen-Raum nutzt und dort nur eingeschränkt mit dem Immunsystem in Kontakt kommt. Impfungen dagegen werden zumeist in die Muskulatur verabreicht und können dort eine stärkere Immunantwort provozieren. Da die natürliche Immunität nun aber offenbar doch stärker ausfällt als gedacht, spricht dies auch für einen länger anhaltenden, schützenden Effekt von Impfungen.

© SZ/weis
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