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Newsblog zum Coronavirus:Ist der Höhepunkt der Epidemie schon überschritten?

Coronavirus: Krankenhaus in Wuhan

Patienten in einem Krankhenhaus in Wuhan. Nicht bei jedem verläuft die Infektion ernst.

(Foto: AFP)
  • Die chinesische Seuchenschutzbehörde hat Einzelheiten über die ersten 45 000 chinesischen Covid-19-Patienten vorgelegt. Demnach scheint die Zahl der Neuerkrankungen abzunehmen.
  • Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO vom Montagabend sind mehr als 71 000 Menschen erkrankt. 1700 Patienten sind gestorben.
  • Alle Informationen zum Coronavirus finden Sie hier.

Während sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus infizieren, beginnen Wissenschaftler allmählich, mehr über den neuen Erreger und seine Auswirkungen zu verstehen. Viele Erkenntnisse sind vorläufig und werden im Laufe der Zeit bestätigt, ergänzt oder korrigiert werden müssen. In diesem Newsblog bildet die Wissenschaftsredaktion auch diese vorläufigen Ergebnisse ab - und wird sie bei Bedarf ebenfalls aktualisieren oder revidieren.

In China scheint die Zahl der Neuerkrankungen zu sinken

Eine Veröffentlichung der chinesischen Seuchenschutzbehörde CDC legt nahe, dass in China nicht mehr so viele Menschen an dem Coronavirus erkranken, wie vor zwei bis drei Wochen. Den Daten zufolge lag der Höhepunkt der Erkrankungen zwischen dem 23. und 27. Januar; damals spürten täglich etwa 2700 Menschen erstmals Symptome. Legt man die Daten zugrunde, an dem die Erkrankten ihre Diagnose durch einen Labortest offiziell bestätigt bekamen, war der Höhepunkt am 4. Februar erreicht. An dem Tag wurden ungefähr 3700 Fälle neu bestätigt. In der Publikation wurden die bis zum 11. Februar offiziell bestätigten Fälle erfasst; es waren knapp 45 000.

Allerdings lässt sich aus den Daten noch nicht schlussfolgern, dass das Schlimmste bereits überstanden ist. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus kommentierte am Montagabend auf einer Pressekonferenz: "Es ist zu früh, um zu sagen, dass sich der berichtete Rückgang fortsetzen wird. Jedes Szenario ist noch immer möglich". Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie und Tropenmedizin am Münchner Klinikum Schwabing sagt: "Als Kliniker hege ich noch Zweifel, ob es sich dabei schon um die erhoffte Trendwende bei diesem gewaltigen Ausbruch handelt". Nach Berichten aus China habe es zeitweise nicht genügend Testkapazitäten gegeben, deshalb seien in der Provinz Hubei, dem Zentrum des Ausbruchs, sicher nicht alle Erkrankten diagnostiziert worden. Auch Jimmy Whitworth, Professor of International Public Health in London, sieht keinen Grund zur Entwarnung: Die anderen Länder müssten weiter wachsam bleiben.

Außerhalb Chinas steigt die Kurve der bestätigten Neuinfektionen derzeit. Die Zunahme der neuen Fälle geht in erster Linie auf die Infektionen auf zwei Kreuzfahrtschiffen zurück. (Stand: 18.2.2020/BEU)

Für wen Covid-19 am gefährlichsten ist

Was weiß man über den Krankheitsverlauf von Covid-19? Die chinesische Seuchenschutzbehörde CDC hat die bislang umfangreichste Beschreibung zu diesem Thema vorgelegt. Daten von mehr als 44 000 Patienten, deren Erkrankung bis zum 11. Februar 2020 durch einen Labortest bestätigt wurde, flossen in die Auswertung ein. Demnach verliefen 81 Prozent der Fälle mild. 14 Prozent wurden als ernst klassifiziert und zeichneten sich beispielsweise durch Atemnot und eine niedrige Sauerstoffsättigung des Blutes aus. Knapp fünf Prozent der Fälle waren kritisch; die Patienten mussten unter anderem künstlich beatmet werden oder erlebten einen septischen Schock. Insgesamt 2,3 Prozent der Patienten starben. Tatsächlich könnte der Anteil der schweren und tödlichen Verläufe aber deutlich niedriger liegen, denn Experten gehen davon aus, dass es sehr viele milde Fälle gibt, die gar nicht erfasst werden und die Rate nach unten drücken.

Die Beschreibung gibt zugleich Aufschluss darüber, welche Menschen am stärksten gefährdet sind. Zwei Drittel Verstorbenen hatten an einer Grunderkrankung gelitten, 40 Prozent hatten Bluthochdruck, 23 Prozent weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 20 Prozent Diabetes. 80 Prozent der Todesopfer war mindestens 60 Jahre alt. Männer starben auffällig häufiger als Frauen: 64 Prozent der Todesopfer waren Männer, obwohl sie nur 51 Prozent aller Erkrankten ausmachten. (Stand: 18.2.2020/BEU)

Wieso dieser Ausbruch beispiellos ist

Inwieweit sich die Covid-19-Epidemie von anderen der vergangenen Jahre unterscheidet und welche Schlussfolgerungen sich daraus ergeben, fasst der Infektionsspezialist Jeremy Farrar in einem Interview zusammen. Hier können Sie es lesen. (Stand: 17.2.2020/BEU)

Babys werden nur selten krank

Ein Charakteristikum dieses Ausbruchs lässt Experten hoffen - verwundert sie aber auch. Babys scheinen fast nie an Covid-19 zu erkranken. Wirklich? Chinesische Mediziner haben alle Säuglinge bis zum Alter von einem Jahr identifiziert, die in den ersten zwei Monaten des Ausbruchs erfasst wurden. Unter den mehr als 31 000 Erkrankten fanden sie genau neun Babys, sieben Mädchen und zwei Jungen. Das jüngste Kind war 28 Tage alt, das älteste elf Monate, schrieben sie im Fachmagazin Jama. Vier der kleinen Patienten hatten Fieber, zwei litten an leichten Atemwegssymptomen, einer zeigte gar keine Krankheitsanzeichen. Wie es den übrigen beiden ging, konnten die Mediziner nicht herausfinden. Komplikationen wurden für keines der Kinder bekannt. Alle steckten sich offenbar bei einem Familienmitglied an.

Die Forscher können nicht sagen, warum so wenige kleine Kinder erkranken. Womöglich sind die Kleinsten in ihrem Alltag dem Erreger weniger stark ausgesetzt. Vielleicht verlaufen Infektionen bei Kindern so mild, dass sie nicht erfasst werden. Die Arbeit zeige jedenfalls, dass Infektionen bei Kindern nicht ausgeschlossen sind, betonen die Autoren: Familien mit Erkrankten sollten daher auch auf Symptome bei Babys achten. (Stand: 17.2.2020/BEU)

Erste Erkenntnisse über die Gefährdung von Ungeborenen

Erste Hinweise sprechen dafür, dass das Coronavirus nicht von der schwangeren Mutter auf das ungeborene Kind übertragen wird. Ärzte aus Wuhan ziehen diesen Schluss im Fachblatt Lancet, nachdem sie die ersten neun Babys untersucht hatten, die von infizierten Müttern zur Welt gebracht wurden. Die neun Frauen waren zwischen der 37. und 40. Schwangerschaftswoche positiv auf das Virus getestet worden, sieben von ihnen litten an Fieber, einige auch an Husten, Halsentzündungen und Müdigkeit. Keine der Frauen war schwer erkrankt. Die Kinder wurden per Kaiserschnitt entbunden, auch um sicherzugehen, dass das Virus nicht bei der vaginalen Geburt übertragen wird.

Noch im OP entnahmen die Ärzte Fruchtwasser, Nabelschnurblut und Rachenabstriche von den Neugeborenen, später auch Muttermilch. Insgesamt sechs Mutter-Kind-Paare lieferten diese Proben. In keiner wurde das Virus nachgewiesen. Die Autoren verweisen darauf, dass auch Sars nicht im Mutterleib übertragen wurde. Sie betonen jedoch, dass sich aus der kleinen Fallzahl noch keine sicheren Schlüsse ziehen lassen. Unklar ist zudem, wie sich eine Infektion in einem früheren Stadium der Schwangerschaft auswirkt. (Stand: 17.2.2020/BEU)

Ist das Coronavirus noch zu stoppen?

Viele Experten glauben, dass die Ausbreitung des neuen Erregers nicht mehr ganz zum Stillstand gebracht werden kann. Sie hoffen stattdessen, dass all die weltweiten Schutzmaßnahmen den Ausbruch verlangsamen. Und dann? Eine Analyse möglicher Szenarien lesen Sie hier. (Stand: 14.2.2020/HACH/BEU)

Neue Kriterien für Chinas Statistik

Am Donnerstag wurden plötzlich erschreckend hohe Zahlen zu der nun Covid-19 genannten Krankheit gemeldet. Über Nacht waren in China mehr als 15 000 neue Fälle hinzugekommen und ließen die Gesamtzahl der Infizierten auf fast 60 000 hochschnellen. Gleichzeitig wurden mehr als 250 Todesfälle gemeldet, auch sie innerhalb von nur 24 Stunden. Der Anstieg beruht auf einer Änderung der Statistik in der Provinz Hubei, dem Zentrum der Epidemie. Mehr dazu lesen Sie hier. (Stand: 13.2.2020/BEU)

Die Krankheit heißt jetzt Covid-19

Die Krankheit, die durch das neue Coronavirus ausgelöst wird, hat jetzt einen offiziellen Namen: Sie heißt Covid-19. Covi steht für Coronavirus, d für disease, das englische Wort für Krankheit. Die Zahl 19 beschreibt das Jahr 2019, als die ersten Fälle entdeckt wurden. Mit der Benennung vermeidet die WHO jede Andeutung auf die Stadt Wuhan oder China als Ursprung der Epidemie. "Es ist wichtig, einen Namen zu haben", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz. Dies verhindere die Verwendung anderer Bezeichnungen, die ungenau oder stigmatisierend sein könnten.

Die Regularien der WHO und Partnerorganisationen sehen vor, dass die Namen für neue Krankheiten sich nicht auf geografische Regionen, Tiere oder spezifische Menschen beziehen sollen. Stattdessen sollten sie einen Bezug zur Erkrankung haben und aussprechbar sein. Früher wurden Erkrankungen oft nach geografischen Regionen getauft. Die Spanische Grippe und das Marburgfieber sind Beispiele dafür, ebenso die "German measles", die wörtlich übersetzt deutsche Masern heißen und die englische Bezeichnung für die Röteln sind. (Stand: 11.2.2020/BEU)

Neues Coronavirus gibt noch immer Rätsel auf

Noch immer sind viele Fragen rund um den neuen Erreger offen. Insbesondere was die Ansteckungsfähigkeit des Virus betrifft, herrscht derzeit noch Unklarheit. So ist nach wie vor nicht sicher, ob Infizierte, die noch nicht oder noch nicht voll erkrankt sind, den Erreger bereits auf andere übertragen können. Fraglich ist außerdem, welche Rolle sogenannte Superspreader für die Ausbreitung des neuen Coronavirus spielen - so heißen Infizierte, die nicht nur die durchschnittlichen zwei bis drei, sondern sehr viele Menschen auf einmal anstecken.

Zuletzt hatten chinesische Wissenschaftler einen solchen Superspreader in einem Krankenhaus in Wuhan dokumentiert. Der Patient steckte mindestens zehn weitere Menschen an. Die South Morning China Post berichtet zudem, dass einer der bislang acht britischen Infizierten sich vermutlich bei einem Chinesen aus Wuhan während einer Konferenz in Singapur ansteckte - und das Virus anschließend während eines Skiaufenthaltes auf elf weitere Menschen übertrug, bevor er mit voller Symptomatik nach Großbritannien zurückkehrte. In Hongkong hatten sich unterdessen 8 Familienmitglieder während eines Essens Ende Januar bei einem weiteren Mitglied der Familie infiziert. Bestätigt wurden die Fälle erst am vergangenen Wochenende.

Eine wichtige Frage wird auch sein, ob die Quarantänemaßnahmen greifen oder den Eigenschaften des Virus angepasst werden müssen, weil die Tests offenbar nicht jeden Fall sofort identifizieren können. Anlass zu dieser Frage gibt etwa der Fall eines US-Amerikaners, der nach Angaben der US-amerikanischen Centers of Disease Control and Prevention am Montag an der University of California in San Diego positiv auf das Virus getestet wurde. Der Mann war mit einer Gruppe von knapp 170 US-Bürgern aus China ausgeflogen worden, die sich nun auf einem Marinestützpunkt bei San Diego in Quarantäne befinden. Ein erster Test hatte bei dem fraglichen Mann ein negatives Ergebnis erbracht, er wurde deshalb zunächst zurück auf die Militärbasis geschickt. Erst nach dem zweiten, positiven Test wurde der Infizierte isoliert. Agenturberichten zufolge zeigen er und ein weiterer Mann "minimale Symptome". (Stand: 11.2.2020, ZINT)

Klebt das Virus tagelang an Türgriffen?

Erreger, die lange Zeit auf Oberflächen überleben, sind besonders ansteckend - und vor allem in öffentlichen Räumen schwer zu bekämpfen. Umso beunruhigender erscheint das Ergebnis einer aktuellen Analyse der Universität Greifswald und der Ruhr-Universität Bochum im Fachblatt Journal of Hospital Infection. Experten der beiden Einrichtungen hatten verfügbare Studien zu Coronaviren zusammengetragen und folgern nun, dass das neue Corona-Virus bis zu neun Tage lang auf Klinken, Griffen, Türklingeln und anderen Gegenständen mit häufigem Händekontakt stabil bleibt. Erst eine Desinfektion mit geeigneten Mitteln entfernt demnach den Erreger.

Gesichert ist diese Erkenntnis allerdings noch nicht. Die Wissenschaftler sammelten für ihre Arbeit lediglich Daten zu anderen Coronaviren wie Sars und Mers. Für ihre Vermutung ist auschlaggebend, dass diese zuvor bekannten Coronaviren ähnlich lange auf Oberflächen stabil bleiben. Um dies jetzt auch für das neue Coronavirus zu bestätigen, müssten allerdings Tests mit dem fraglichen Erreger durchgeführt werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht "aufgrund vorläufiger Erkenntnisse" noch immer davon aus, dass der Erreger nur wenige Stunden auf Oberflächen aktiv bleibt. (Stand: 10.2.2020, ZINT)

Superspreader und ein hohes Infektionsrisiko in Kliniken

Menschen, die sich mit dem neuen Corona-Virus angesteckt haben, zeigen zu Beginn der Erkrankung nicht zwingend die oft berichteten Erkältungs- oder Grippesymptome - sondern oft eher untypische Krankheitszeichen wie Bauchschmerzen oder Übelkeit, weshalb die Infektion oft übersehen werden könnte. Das zeigt die bislang umfangreichste Untersuchung an Coronavirus-Patienten, die soeben im Fachblatt JAMA erschienen ist. Das Team um Chang Hu vom Zhongnan Hospital der Wuhan University hatte 138 Patienten in der Klinik im Zentrum des Ausbruchs während der Behandlung beobachtet und sowohl die Krankheitsverläufe dokumentiert, als auch die Quellen der Infektionen zurückverfolgt.

Die Studie zeigt, dass ein großer Teil der Ansteckungen in Krankenhäusern erfolgt - in diesem Fall bei mehr als 40 Prozent der Erkrankten. Hinzu kommt, dass es offenbar sogenannte Superspreader gibt, die das Coronavirus nicht an die durchschnittlichen zwei, sondern an deutlich mehr Menschen weitergeben. In dem aktuellen Bericht beschreiben die Mediziner einen Patienten, der mit Bauchschmerzen in der Klinik erschien und anschließend in die Chirurgie überwiesen wurden. Der Mann steckte mindestens zehn Mitarbeiter des Krankenhauses an.

Die Arbeit offenbart zudem neue Erkenntnisse über den weiteren Krankheitsverlauf. Der kritische Höhepunkt der Infektion wird bei vielen Patienten erst eine Woche nachdem die ersten Symptome auftreten sind erreicht. Auch anfänglich milde verlaufende Erkrankungen können demnach später noch zu ernsthaften Komplikationen führen. Von den 138 Patienten musste später jeder Vierte intensivmedizinisch versorgt werden, in den meisten dieser Fälle war eine Beatmung nötig. 4,3 Prozent überlebten die Erkrankung nicht. Dass das Coronavirus vornehmlich Männer ansteckt, konnte die aktuelle Arbeit allerdings nicht bestätigen. Die Patienten waren zur Hälfte weiblich. Jeder zweite war jünger als 56 Jahre. (Stand:10. 2. 2020/ZINT)

Sind Schuppentiere die Überträger?

Es ist nur eine knappe Mitteilung, in der die South China Agricultural University aus Guangzhou erklärt, dass Schuppentiere das Virus auf den Menschen übertragen haben könnten. Die Säugetiere seien mögliche Zwischenwirte, heißt es. Sie hätten also den Erreger von seinem urpsrünglichen Wirt - vermutet werden Fledermäuse - an den Menschen weitergegeben. Der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge wurden in Schuppentieren Coronaviren gefunden, deren Genomsequenz zu 99 Prozent mit dem Erreger übereinstimmt, an dem derzeit Tausende Menschen erkrankt sind. Das Team um Shen Yongyi und Xiao Lihua hatte demnach mehr als 1000 genetische Proben von Wildtieren untersucht. Schuppentiere werden in der Volksrepublik gehandelt, da ihre Schuppen in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt werden.

Bestätigen lässt sich diese Meldung derzeit nicht. Die Untersuchung ist noch nicht veröffentlicht. Der Virologe Mark Harris von der University of Leeds kommentiert, dass Berichten zufolge keine Fledermäuse auf dem Markt in Wuhan verkauft wurden. Das hat zur Vermutung geführt, dass das Virus über einen Zwischenwirt zum Menschen gekommen sein müsste. Auch beim Sars-Ausbruch war ein Zwischenwirt beteiligt: Schleichkatzen haben das Virus auf den Menschen übertragen. (Stand: 7.2.2020/BEU)

Wie krank war die chinesische Frau, die das Virus nach Bayern brachte?

Die Krankengeschichte der Chinesin ist von weltweitem Interesse, denn zunächst galt sie als eine der ersten Belege dafür, dass Menschen andere schon infizieren können, wenn sie selbst noch nicht erkrankt sind. Solche asymptomatischen Übertragungen machen es schwerer, den Ausbruch zu kontrollieren. Dann allerdings wurden Zweifel laut, ob die Frau zum Zeitpunkt der Übertragung wirklich gesund war. Nun haben deutsche Ärzte das Befinden der Chinesin während ihres Bayernaufenthaltes genau dokumentiert und ihrem Fachartikel im New England Journal of Medicine in einem Anhang angefügt.

Dieser Beschreibung nach nahm die Frau an ihrem ersten Tag in Bayern ein chinesisches Medikament ein, das Paracetamol enthielt und damit fiebersenkend wirkt. Sie hatte sich "etwas warm", aber nicht fiebrig gefühlt. An den kommenden beiden Tagen nahm sie keine weiteren Mittel, war aber etwas müde und spürte leichte Schmerzen im Brustkorb. Am vierten Tag - als sie in Shanghai gelandet war - fühlte sie sich wirklich krank. Es ist nicht möglich, zweifelsfrei zu definieren, wann die Krankheit der Frau begonnen hatte. Ihr Fall aber spricht dafür, dass Menschen schon infektiös sein können, wenn sie nur so geringe Symptome spüren, dass sie sich selbst für gesund halten. Allerdings geht die Weltgesundheitsorganisation WHO derzeit davon aus, dass die meisten Menschen durch eindeutig Erkrankte angesteckt werden. (Stand: 7.2.2020/BEU)

Mehr über die Situation in Bayern lesen Sie hier.

© Sz.de/beu/cvei
Medizin Ein Erreger, viele Fragen

Coronavirus

Ein Erreger, viele Fragen

Welche Symptome weisen auf eine Corona-Infektion hin? Wie ansteckend ist die Krankheit? Ist ein Mundschutz sinnvoll? Was über das neue Virus bekannt ist.   Von Hanno Charisius, Felix Hütten und Kathrin Zinkant

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