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"Diamond Princess":USA holen US-Passagiere des Quarantäne-Schiffs aus Japan zurück

Coronavirus: US-Bürger werden von Kreuzfahrtschiff evakuiert

Die USA lassen die mehr als 300 US-Bürger, die wochenlang auf einem Quarantäneschiff in Japan ausharren mussten, evakuieren.

(Foto: AP)
  • Die USA haben 350 US-Bürger ausgeflogen, die zuvor auf einem Schiff vor Japan unter Quarantäne standen.
  • 14 von ihnen sind zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie werden nun im Flugzeug von den anderen Passagieren isoliert.
  • In In China gibt es mittlerweile landesweit 70 548 bestätigte Ansteckungen; 1770 Infizierte sind bisher gestorben.

Die USA haben mehr als 300 US-Bürger ausfliegen lassen, die zuvor zwei Wochen lang auf einem Kreuzfahrtschiff in Japan unter Quarantäne standen. Zwei von der US-Regierung bereitgestellte Charterflugzeuge hoben vom Tokioter Flughafen Haneda ab und landeten in der Nacht zum Montag (Ortszeit) auf US-Militärstützpunkten in Kalifornien und Texas, wie der Nachrichtensender Fox News berichtete. Das US-Außenministerium hatte insgesamt mehr als 300 US-Bürgern, die sich auf dem Kreuzfahrtschiff befanden, eine freiwillige Rückreise angeboten. Sie sollen nun für 14 Tage in Quarantäne kommen.

Unter den zurückgebrachten Passagieren seien auch 14 Menschen, die in den vergangenen zwei bis drei Tagen positiv auf das Coronavirus getestet worden seien, hatten zuvor das US-Außenministerium und das Gesundheitsministerium in einer gemeinsamen Erklärung mitgeteilt. Sie saßen demnach isoliert von den anderen Passagieren und sollen nun in geeignete Einrichtungen zur weiteren Behandlung gebracht werden. Dasselbe gelte auch für Menschen, die während des Rückflugs Symptome entwickelt hätten, hieß es in der Erklärung weiter.

An Bord der "Diamond Princess" hatten sich rund 400 US-Bürger befunden. 44 waren positiv getestet und in Japan in örtliche Krankenhäuser gebracht worden. Das Schiff liegt seit zwei Wochen im Hafen der Stadt Yokohama nahe Tokio fest. Nach derzeitigem Stand haben bisher rund 20 der Infizierten von Bord schwerere Symptome entwickelt.

Das japanische Gesundheitsministerium bestätigte derweil 99 weitere Erkrankungsfälle von Passagieren des Schiffs. Somit sind insgesamt mehr als 450 Menschen, die auf dem Schiff unterwegs waren, erkrankt.

Mehr als 70 000 Infizierte in China

Unterdessen hat die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus in China 70 000 überstiegen. Mit 105 neuen Todesfällen innerhalb eines Tages sind jetzt 1770 Todesfälle zu beklagen, wie die nationale Gesundheitskommission am Montag in Peking mitteilte. Die bestätigten Ansteckungen nahmen um 2048 zu und erreichten landesweit 70 548. 10 844 Menschen haben sich mittlerweile so von den Erkrankungen erholt, dass sie aus den Krankenhäusern entlassen werden konnten.

Besonders schwer ist in Zentralchina die 60 Millionen Einwohner zählende Provinz Hubei mit der Metropole Wuhan betroffen. Dort sind allein etwa 58 000 Infektionen und 1696 Todesfälle durch das Sars-CoV-2 genannte Virus bestätigt.

Mit einem Fahrverbot für privaten Autoverkehr waren in der ohnehin weitgehend von der Außenwelt abgeschotteten Krisenregion am Vortag neue radikale Beschränkungen der Bewegungsfreiheit erlassen worden. In Städten der Provinz dürfen nur noch Dienst- und Notfallfahrzeuge sowie Transporte mit Waren des täglichen Bedarfs auf die Straßen. Ende Januar waren bereits Flüge, Zugverbindungen und Fernbusse eingestellt worden. Offiziellen Angaben zufolge soll sich die Zahl der Neuerkrankungen außerhalb Hubeis immerhin verringern.

Erster Toter in Taiwan

Auch Taiwan meldete am Sonntag den ersten Toten im Land durch das Virus. Damit stieg die Zahl der Todesfälle außerhalb Chinas auf fünf. Die taiwanische Nachrichtenagentur CNA berichtete unter Berufung auf Gesundheitsminister Chen Shih-chung, der Mann sei zwischen 60 und 70 Jahren alt gewesen, habe in Zentraltaiwan gelebt, sei zuvor nicht in Übersee gewesen und habe auch keinen wissentlichen Kontakt mit Coronaviruspatienten gehabt.

In Deutschland hat sich die Lage entspannt. Im pfälzischen Germersheim endete am Sonntag die Quarantäne für etwa 120 China-Rückkehrer. In Bayern wurden Corona-Patienten als geheilt entlassen. Frankreich meldete hingegen den ersten Todesfall durch die neue Lungenkrankheit Covid-19 in Europa. Der chinesische Tourist, ein 80-Jähriger aus der Provinz Hubei, erlag der Krankheit in einer Pariser Klinik.

In Japan hat Ministerpräsident Shinzo Abe ein Expertentreffen einberufen, um Maßnahmen zur Virusbekämpfung zu diskutieren. In den vergangenen Tagen waren in Japan mehr als ein Dutzend Fälle aufgetaucht, ohne dass es eine offensichtliche Verbindung nach China gab. In Japan gibt es nun 413 bestätigte Fälle, darunter 355 Passagiere des unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiffs Diamond Princess.

© SZ.de/AP/dpa/mxm/lot/mkoh
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