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Cannabis-Konsum und seine Folgen:Was passiert bei einem positiven Drogentest?

Einige Untersuchungen kamen zu dem Schluss, dass Cannabis-Konsum logisches Denken und die Leistungsfähigkeit des Gehirns beeinträchtigen kann. Andere Studien konnten dagegen keinen Beleg für Einbußen in den kognitiven Hirnfunktionen finden. Allerdings gehen die meisten Forscher davon aus, dass Kiffen in sehr jungen Jahren die Reifung des Gehirns stören kann.

Unklar ist auch, ob Cannabis Antriebs- und Motivationslosigkeit begünstigt. Passivität und Teilnahmslosigkeit werden bei regelmäßigen Konsum beobachtet. Andererseits tritt solch ein Verhalten ohnhin häufig bei Pubertierenden auf. Möglicherweise neigen auch Personen, die der Leistungsgesellschaft kritisch gegenüber stehen, eher dazu, Cannabis zu konsumieren.

Welche Probleme können auftreten, wenn man unter Cannabis-Einfluss am Steuer sitzt?

Da Cannabis die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen beeinträchtigt, ist die Fahrtauglichkeit besonders in den ersten Stunden nach dem Konsum stark eingeschränkt. Doch auch nach dem Abklingen der bewusst wahrgenommenen Wirkung ist nicht auszuschließen, dass es noch zu Leistungseinbußen kommen kann.

Anders als Alkohol bleibt der Cannabis-Wirkstoff THC lange im Körper nachweisbar. Im Blut können der Inhaltsstoff oder seine Abbauprodukte bis zu drei Tage lang aufgespürt werden; im Urin bleibt er mehrere Wochen, im Extremfall sogar drei Monate lang messbar. Haare zeugen noch nach mehreren Monaten vom Konsum.

Fällt der Drogentest positiv aus, gilt dies als Ordnungswidrigkeit. "Häufig wird der Führerschein sofort eingezogen - selbst, wenn man als Beifahrer oder Radfahrer bekifft erwischt wird", sagt Suchtexperte Leune. Betroffene müssen zudem in einer medizinisch-psychologischen Untersuchung ihre Drogenfreiheit nachweisen. Gerade für Jugendliche, die oft noch in der Ausbildung sind, droht Leune zufolge die Gefahr abzurutschen, wenn der Führerschein weg und der Job dadurch gefährdet ist. (Mehr zur Zuverlässigkeit von Drogentests erfahren Sie hier.)

© Süddeutsche.de/kjan/beu

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