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Brechdurchfall in Ostdeutschland:Erdbeerkompott unter Verdacht

Der Auslöser von mehr als 11.000 Magen-Darm-Erkrankungen in Ostdeutschland ist möglicherweise gefunden: Das zuständige Bundesamt nennt aufgetaute Erdbeeren als mutmaßliche Infektionsquelle. Aus Sachsen wurden neue Erkrankungen gemeldet.

Die massenhaften Magen-Darm-Erkrankungen in Ostdeutschland sind nach Angaben des Thüringer Sozialministeriums wahrscheinlich durch Erdbeerkompott verursacht worden. Die Früchte seien gefroren geliefert worden und aufgetaut zusammen mit Grießbrei gereicht worden, sagte ein Ministeriumssprecher. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bestätigte den Verdacht.

Die Früchte waren nach Angaben des Erfurter Ministeriums von einem Großhändler an Küchen des Caterers Sodexo geliefert worden. Nahezu alle Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche erkrankten, wurden von der Firma mit Essen versorgt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa stammten die Erdbeeren wahrscheinlich aus China. Sie sollen nicht in den Handel gelangt sein.

Was in den Erdbeeren die Erkrankungen ausgelöst hat, ist weiter unklar. Das BVL betonte, ein Erregernachweis sei bislang nicht erbracht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hält bislang Noroviren für die wahrscheinlichsten Erreger. Sie waren in einer größeren Anzahl von Laborproben nachgewiesen worden. Sicher ist diese Annahme aber noch nicht.

In den meisten Regionen Ostdeutschlands ist die Welle von Infektionen inzwischen abgeebbt. In Sachsen allerdings wurden 220 neue Fälle gemeldet. Sie deuten darauf hin, dass der Ausbruch in dem Bundesland noch nicht vorüber ist, berichtet das RKI. Insgesamt geht das Institut von mindestens 11.200 Erkrankten in den fünf östlichen Bundesländern aus. Es ist der mit Abstand größte Ausbruch dieser Art in Deutschland.

Am stärksten betroffen sind Sachsen und Brandenburg mit je etwa 3600 Fällen. Die wenigsten Erkrankungen wurden aus Sachsen-Anhalt gemeldet: Dort litten nur 121 Menschen an den Brechdurchfällen. In den meisten Fällen verliefen die Erkrankungen komplikationslos. Insgesamt 32 Patienten mussten jedoch in einem Krankenhaus behandelt werden.

© Süddeutsche.de/dpa/dapd/beu/jobr
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