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Behandlung bei Heuschnupfen:Mit Pillen durch die Pollensaison

Tabletten, Tropfen, Nasensprays - für Heuschnupfen-Patienten ist die Auswahl an Medikamenten groß. Vieles ist frei verkäuflich, nicht alles ist ratsam. Welche Mittel zu welchem Zeitpunkt nützen.

Experten sind sich einig: Bei Allergien ist das Mittel erster Wahl, dem Auslöser so weit wie möglich fern zu bleiben. "Umso wichtiger ist es, den oder die Auslöser der Allergie zu kennen, um sein Verhalten im Rahmen des Möglichen danach auszurichen", sagt Martin Metz, Facharzt am Allergie-Centrum-Charité in Berlin. "Dennoch ist bei einem ausgeprägten Heuschnupfen eine Behandlung der entzündlichen Schleimhäute mit Medikamenten sinnvoll und notwendig."

Während der Pollenflugsaison sind Antihistaminika und Kortisonsprays die gängisten Mittel, um Heuschnupfensymptome zu dämpfen. Sie sorgen dafür, dass das überschießend reagierende Immunsystem nicht zu sehr beansprucht wird, und erleichtern den Alltag. Unbehandelt kann sich die Allergie verschlimmern oder sich ein so genannter Etagenwechsel von den oberen Atemwegen in die Bronchien vollziehen, warnen Lungenärzte. Betroffene entwickeln dann Asthma.

Cortisonsprays werden in die Nase gesprüht. Sie unterdrücken das überreagierende Immunsystem und hemmen so die Entzündung der Nasenschleimhaut. Für den Körper soll das lokal angewandte Cortison unbedenklich sein. "Die Mengen sind so minimal und örtlich begrenzt, dass keine höhere Konzentration im Blut nachweisbar ist", sagt Metz.

Anders verhält es sich mit Cortison-Tabletten oder Spritzen, die dauerhaft angewendet Nebenwirkungen haben können: Müdigkeit, Infektionen, Hautprobleme und Augenerkrankungen. "Bei Heuschnupfen rate ich dringend davon ab, sich aus Bequemlichkeit zweimal im Jahr beim Hausarzt eine Cortisonspritze abzuholen", so der Allergologe. Dies sei eine Fehlbehandlung.