LungengesundheitSeufzen ist gut für die Lunge

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Manchmal hilft nur eins: Tief einatmen und lange und ausgiebig seufzen.
Manchmal hilft nur eins: Tief einatmen und lange und ausgiebig seufzen. (Foto: Maskot/Getty Images)
  • Forschung zeigt, dass tiefes Atmen die Lunge flexibler macht. Stress und flaches Atmen können Druck auf der Brust verursachen. Ein tiefer Atemzug verbessert die Funktion der Lunge.
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Die Forschung zeigt, dass tiefes Atmen die Lunge flexibler macht, besonders bei Stress. Manchmal hilft eben nur ein tiefes „Uff“.

Von Isabell Erb

Uff. Diese ewige rote Welle. Da ist man einmal spät dran und die Ampel springt um, kurz bevor man mit dem Auto an ihr vorbeigerollt wäre. Tja. Und dann steht man da. Während die Armbanduhr mit jeder tickenden Sekunde klarmacht: Fürs morgendliche Meeting wird es eng.

Nervosität durchdringt den Körper, der Atem wird schneller. Auf der Brust macht sich dieses unangenehme, drückende Gefühl breit. Da hilft nur eines: Tief einatmen und ausgiebig seufzen.

Dass das hilft, zeigt auch die Forschung. Denn wer tief Luft holt, dem fällt das Atmen leichter als jenen, die eher flach atmen. Das liegt an einer Flüssigkeit, die wie ein dünner Film auf den Lungenbläschen liegt. Sie reduziert die Spannung auf der Oberfläche der Bläschen und sorgt so dafür, dass die Lunge flexibel bleibt. Der Mechanismus funktioniert allerdings nur, wenn man tief genug einatmet, wie Forscher aus der Schweiz, Spanien, den USA und Belgien herausgefunden haben. Aber warum?

Wenn sich die Lunge stark ausdehnt oder zusammenzieht, verändert sich die schützende Flüssigkeitsschicht

Das haben die Forscher in einem Experiment untersucht. Um zu verstehen, wie sich die Lungenflüssigkeit verhält, wenn sie gedehnt und wieder zusammengedrückt wird, hat die Gruppe im Labor Atmungen simuliert. Dabei haben die Forscher leichte und tiefe Atembewegungen miteinander verglichen. Ihre Ergebnisse haben sie kürzlich in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht.

Dass einem das Atmen nach einem tiefen Atemzug leichter fällt, erklären sich die Forscher folgendermaßen: Der befeuchtende Film auf den Luftbläschen besteht aus mehreren Schichten. Die Schicht an der Oberfläche, wo die Flüssigkeit die Luft berührt, hat eine höhere Spannung als die darunterliegenden Ebenen. Dadurch ist sie etwas steifer. Über die Zeit gleicht sich die Spannung in den Schichten jedoch an – und überträgt sich auf die Lungenbläschen.

Das erklärt auch, warum sich bei Stress dieser unangenehme Druck auf der Brust breitmacht. Der Körper reagiert so, als stünde eine Gefahr bevor. Durch eine schnelle, flache Atmung sorgt er dafür, dass kurzfristig mehr Sauerstoff im Gehirn und in den Muskeln ankommt. Ob das eine reale Gefahr oder eben eine rote Ampel auf dem Weg zur Arbeit ist, dazwischen unterscheidet der Körper nicht.

Hier kommt das tiefe Durchatmen ins Spiel: Wenn sich die Lunge stark ausdehnt oder zusammenzieht, verändert sich die schützende Flüssigkeitsschicht. In der äußeren Schicht lagern sich mehr gesättigte Phospholipide an, was die Oberfläche stabiler und dichter macht. Die Grenzfläche, an der sich Flüssigkeit und Luft berühren, wird dicker. Gleichzeitig wandern ungesättigte Phospholipide in die unteren Schichten und sorgen dafür, dass diese durchlässig bleiben. Die Lunge wird dadurch flexibler, kann sich also leichter ausdehnen und wieder zusammenziehen.

Allerdings funktioniert das nur, solange sich der Brustkorb stark genug bewegt. Hört man auf, tief zu atmen, wird die Grenzfläche über die Zeit wieder dünner und statischer. Die Lunge trifft bei ihren Bewegungen auf mehr Widerstand. Nach etwa anderthalb Stunden ist die Lunge wieder im gleichen Zustand wie vor dem Seufzen.

Kurzfristig ist das kein Problem. Nur: Wer über lange Zeit flach atmet, dessen Lunge passt sich daran an. Das Atmen wird über die Zeit schwerer. Deshalb: Einatmen. Ausatmen. Und ausgiebig seufzen. Dadurch wird die Ampel zwar nicht grün – aber der Lunge tut es gut, besonders, wenn man es häufig wiederholt. Übrigens: Das Seufzen ist optional. Es steigert lediglich die Dramatik. Hach.

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