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Alkoholentzug:Verhaltens- und Arbeitstherapien helfen

Das Angebot im stationären oder ambulanten Entzug umfasst aber auch Entspannungs- und Bewegungstherapie sowie Arbeitstherapie. "Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass der frühe Beginn einer Arbeitstherapie sehr hilfreich sein kann, damit die Patienten wieder einen regelmäßigen Tagesrhythmus erlernen und Befriedigung durch Tätigkeit erfahren", sagt Sucht-Experte Mann.

In der Verhaltenstherapie lernen die Alkoholkranken, die Strukturen ihrer Abhängigkeit zu verstehen und ihr Handeln zu kontrollieren. Außerdem wird in dieser Phase der Kontakt zu Selbsthilfegruppen wie den Anonymen Alkoholikern, dem Blauen Kreuz oder dem Kreuzbund hergestellt.

Entwöhnung

Auch wenn die körperliche Abhängigkeit überwunden ist, bleibt eine psychische Abhängigkeit vom Alkohol oft lange Zeit bestehen. Deshalb schließt sich an die Entzugstherapie die Entwöhnungsphase als längerfristige Reha-Maßnahme an.

Diese dauert etwa 12 bis 16 Wochen und muss bei der Rentenversicherung beantragt werden. Voraussetzungen für den Antrag sind unter anderem ein medizinisches Gutachten. In dieser abschließenden Phase wird eine Rückkehr in den Alltag vorbereitet und der Patient entwickelt mit Hilfe von Psychologen Strategien, um weiterhin abstinent leben zu können.

Regelmäßige Treffen mit Selbsthilfegruppen können auch langfristig unterstützen, da Betroffene sich hier über Erfahrungen, Probleme und Krisen austauschen können. Die Erfolgsaussichten einer Entzugs- und Entwöhnungstherapie hängen von der individuellen Motivation des Betroffenen ab.

Auch die Unterstützung aus dem sozialen Umfeld und die Dauer der Abhängigkeit haben Einfluss darauf, ob eine langfristige Abstinenz gelingt. Die Regenerationsfähigkeit des Körpers, weiß Sucht-Mediziner Mann, ist allerdings erstaunlich gut. Nur muss auch der Wille stark genug sein.